Perfekte Symbiose aus Musik und Artistik

Von: Jörg Abels
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Begeistern das Publikum in Aachen: Die Höhner - hier (von rechts) Henning Krautmacher, Jens Streifling und Hannes Schöner - und die Roncalli-Artisten - hier Anima Planet, die mit traumhaften Fabelwesen die Show „Salto Globale” garnieren. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Was für eine perfekte Symbiose! Das Zusammenspiel der Kölner Kultgruppe Höhner mit den von Roncalli-Chef Bernhard Paul handverlesenen Artisten begeistert auch nach zehn Jahren das Publikum noch wie am ersten Tag.

Viele der mehr als 1300 Gäste waren sich am Samstagabend im Zirkuszelt auf dem Aachener Bendplatz einig: „Salto Globale” ist die wohl beste „Höhner Ro-ckin´ Roncalli Show” seit Jahren; auch weil Henning Krautmacher & Co. angenehm zurückhaltend durch das Programm führen, ohne die zum Teil atemberaubende Artistik zu dominieren. Mal begleiten sie mit eigens komponierten Balladen gefühlvoll die Manegenkunst, mal mit bekannten (Karnevals-)Hits, die vom Publikum begeistert mitgesungen wurden.

Gut dreistündiges Programm

Immer wieder neu, immer wieder anders: Die aktuelle Inszenierung überrascht selbst diejenigen, die „Salto Globale” bereits vor zwei Jahren bei der Premiere in Jülich erlebt haben, mit neuen Liedern und vor allem im zweiten Teil des gut dreistündigen Programms noch hochkarätigeren Artisten.

Es geht Schlag auf Schlag in dieser Show, durch die sich die vier Elemente Erde, Feuer, Wasser und Luft wie ein roter Faden ziehen; und die mahnende Botschaft der Höhner in Zeiten des Klimawandels: „We´re part of it! Und nur zu Gast auf dieser Welt.” Das zerbrechliche Gleichgewicht der Natur spiegelt sich am besten im Balanceakt des Schweizers Mädir Eugster wider, der, einem modernen Schamanen gleich, 13 Palmäste zu einer schwebend leichten Skulptur zusammenfügt - sicherlich ein Höhepunkt.

Ein anderer ist der Auftritt von Schlangenmensch Sascha - „The Frog”: Während er seinen Körper verbiegt, die Grenzen der menschlichen Anatomie scheinbar knochenlos überwindet und die Höhner dazu „Dat künne mer och, dat krieje mer hin” singen, liegt vielen Gästen ein „Im Leben nicht” sichtbar auf den Lippen. Andere können gar nicht mit ansehen, wenn „der Frosch” seine Beine 180 Grad vom Körper wegdreht.

„Seelöwen-Rock”

Carole Demers erntet für ihre Dreifach-Salti auf dem russischen Barren zu Recht donnernden Applaus. Ins Wasser geht´s mit den einzigen Artisten, „die einen größeren Schnäuzer als Janus und ich haben”, kündigt Henning Krautmacher mit einem Seitenblick in Richtung seines Schlagzeugers Janus Fröhlich die Seelöwen Chicco, Charly, Dino und Joey an, für die die Musiker ihren „Höhnerhoff-Rock” aus den Anfangstagen der Band kurzerhand in „Seelöwen-Rock” umgetextet haben.

Mit der Dressur der verspielten Robben heimsen Petra und Roland Duss ebenso bereits internationale Preise ein wie Aurélie, die mit ihrer Handstandequilibristik den poetischen Part ausfüllt und sich einer Elfe gleich mit ihrer weißen Taube Celeste in einer innigen Beziehung bewegt. Die Elemente Feuer und Luft vereint die russische Artistin Furia am Solotrapez, während - um nur noch ein weiteres von viele Beispielen zu nennen - Recyclingkünstler Mr. Lo mit formvollendetem Papierreißen in höchster Geschwindigkeit zeigt, wozu alte Zeitungen noch zu gebrauchen sind.

Und auch die Höhner selbst setzen wieder zum Rollentausch an, gehen ihrerseits in die Manege. Janus Fröhlich mit seinem neuen Freund, dem Seelöwen Chicco, Saxophonist Jens Streifling auf Stelzen spielend und Peter Werner, der Clown Andreij Jigolov begleitet. Der Russe hat mit einer einzigartigen Mimik und Gestik immer wieder die Lacher auf seiner Seite, als „Rock´n´Roller” oder sympathischer Fiesling. Die mit traumhaften Fabelwesen der Gruppe Anima Planet garnierte Show vergeht wie im Flug und erntet zu Recht donnernden Applaus des Aachener Publikums, das sich mit einem tausendstimmigen „Viva Colonia” bedankt.

Die „Höhner Rockin´ Roncalli Show” ist noch an folgenden Tagen auf dem Aachener Bendplatz zu sehen: Do./Fr. 10./11. Juni, 19.30 Uhr; Sa. 12. Juni, 14.30 und 19.30 Uhr; So. 13. Juni, 14 Uhr; Do.-Sa. 17.-19. Juni, 19.30 Uhr; So. 20. Juni, 14 und 19 Uhr.
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