Aachen - Per Bahn von Aachen nach Köln wird immer schwieriger

Per Bahn von Aachen nach Köln wird immer schwieriger

Von: Ulrich Simons
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Da kommt man kaum noch mit: Ein Thalys im Aachener Hauptbahnhof. Für den kurzfristigen Trip nach Köln ist er seit Anfang Juni nicht mehr zu gebrauchen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Der Streit um den Thalys geht in die nächste Runde. Am Mittwoch legte die Ratsfraktion der Aachener Grünen nach und machte ihrem Ärger über die aktuelle Entwicklung auf der Schiene Luft. Thema der Gesprächsrunde: „Fernverkehr – wird Aachen abgekoppelt?“ Ihre Kritik: Nach und nach werde Aachen von allen schnellen Fernverbindungen abgeschnitten.

Neuerdings stehe alle zwei Stunden auf dem Aachener Hauptbahnhof der hochmoderne Thalys nach Köln, den Bahnkunden aus der Region Aachen nicht mehr nutzen können, zumindest nicht kurzfristig.

Was aus den Pendlern werde, sei auch noch völlig ungewiss. Denn seit dem 9. Juni verkauft die DB an ihren Schaltern keine Thalys-Tickets mehr, nachdem sie sich vor längerer Zeit aus der Betreibergesellschaft verabschiedet hatte.

Die Forderung der Grünen: Thalys dürfe die deutschen Kurzstrecken-Kunden nicht weiter „diskriminieren“. Anderenfalls müsse der aus Belgien kommende Zug künftig in Aachen enden und die schnelle Verbindung an den Rhein wieder Sache der Deutschen Bahn werden. Deren ICE fährt momentan viermal täglich von Aachen nach Köln und genauso oft zurück, der Thalys fünfmal.

„Thalys steht für nationale Verbindungen nicht mehr zur Verfügung“, vermuten Fraktions-Geschäftsführer Helmut Ludwig und Ratsherr Roland Jahn, Vorsitzender des städtischen Mobilitätsausschusses. Beispiel: Wer am Mittwoch im Internet ein Ticket Aachen-Köln kaufen wollte, bekam als frühesten Reisetermin den 27. Juli angeboten. Wählte man als Einstiegsbahnhof Lüttich statt Aachen, waren dagegen sogar noch Verbindungen am gleichen Tag verfügbar. Selbst im Thalys-Store in Köln, so die Grünen, könne man für den gleichen Tag kein Ticket nach Aachen mehr lösen. Wohl aber nach Lüttich. Mit Halt in Aachen.

Dass Thalys nur noch grenzüberschreitend Tickets verkaufen möchte, scheint eine kleine Änderung der Versuchsanordnung zu bestätigen: Wer im Internet Lüttich als Einstiegsbahnhof wählt, bekommt danach keinen weiteren belgischen Bahnhof als Ziel mehr angeboten, nicht einmal Brüssel.

Und Aachen-Köln ohne Thalys? Vor allem für Berufspendler sei der Regionalexpress keine Alternative, weil dort nicht drin sei, was draufstehe. „Von wegen ,Express’. Und viel zu unzuverlässig“, sagt Helmut Ludwig. Nichts für Profis.

Derzeit könnten die Pendler noch mit ihrem Ticket aus DB-Zeiten im Thalys mitfahren – was nach dem Fahrplanwechsel im September werde, wisse dagegen niemand. Die Thalys-Pressestelle beruhigte am Nachmittag zumindest in diesem Punkt: Derzeit gebe es keine Pläne, die Mitnahme der Pendler im Wagen 28 zu ändern.

Die kurzfristige Buchung von Thalys-Tickets sei für Reisen innerhalb Deutschlands derzeit „aus administrativen Gründen“ nicht möglich, da die Tickets für die Strecke Köln-Aachen auf dem Postweg versandt werden. Warum dieser Umstand, wo alles andere ganz schnell „ticketlos“ per SMS aufs Handy geht? Offizielle Antwort: „Aus technischen Gründen.“

Da Thalys ein Hochgeschwindigkeitszug mit Fokus auf internationale Verbindungen sei, könnten auch im Thalys Store in Köln keine Tickets für Reisen innerhalb Deutschlands ausgestellt werden.

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