Düsseldorf - Patienten beklagen sich über eine mangelnde Wertschätzung

Patienten beklagen sich über eine mangelnde Wertschätzung

Von: Johannes Nitschmann
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Immer mehr Patienten beklagen sich über eine mangelnde Wertschätzung durch das Krankenhauspersonal.

Eine Vielzahl der Beschwerden zeige, dass in Krankenhäusern und Pflegeheimen „menschliche Zuwendung“ vermisst werde, erklärte der Patientenbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Dirk Meyer, in Düsseldorf.

Bei 37 Prozent aller telefonischen Kontakte mit dem Patientenbeauftragten gehe es um vermutete Behandlungsfehler in Krankenhäusern und Arztpraxen. Häufig seien hierfür „strukturelle oder organisatorische Mängel“ ursächlich. Deshalb sei es notwendig solche „Defizite frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen, damit dies bei anderen Patienten nicht kumulieren kann“, sagte Meyer.

In 57 Prozent aller telefonischen Beschwerde-Fälle beim NRW-Patientenbeauftragten klagten Menschen über eine unzureichende Kostenübernahme ihrer Krankenkasse. Es sei ein Trend erkennbar, dass die Kassen vor allem bei der Erstattung von Heil- und Hilfsmitteln immer kleinlicher würden, sagte Meyer. Vor allem Inkontinenzpatienten seien derzeit von der Einsparungswelle bei den Krankenkassen betroffen.

Zunehmende Beschwerden stammen auch von Versicherten privater Krankenkassen über ausbleibende Kostenerstattungen für ärztliche Verschreibungen. Privatversicherte, die in Notfall- oder Grundtarife zurückgestuft würden, hätten inzwischen massive Probleme, noch ortsnah behandelnde Ärzte zu finden, berichtete Meyer. Vor allem viele Zahnärzte weigerten sich, Patienten dieser Tarifgruppen zu behandeln.

Manchmal müssten von diesen Patienten Arztpraxen in einer Entfernung von 40 bis 50 Kilometern aufgesucht werden, um einen behandelnden Zahnmediziner zu finden.

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) erklärte, für viele Menschen mit negativen Erfahrungen bei der Behandlung in Krankenhäusern und Arztpraxen sei der Patientenbeauftragte als „Anwalt und Lotse“ ein wichtiger Ansprechpartner. Immer mehr Patienten mit komplexen Beschwerden suchten bei ihm Rat und Unterstützung. Insbesondere bei vermuteten Behandlungsfehlern. Weitere Ärgernisse seien fehlende barrierefreie Zugänge in Arztpraxen und mangelhafte Informationen der Krankenkassen.

Der NRW-Patientenbeauftragte plädierte für einen „offenen und wertschätzenden Umgang“ mit Fehlern im Gesundheitssystem. Nur so könne aus Fehlern gelernt und die Sicherheit erhöht werden. Im letzten Jahr wandten sich landesweit 1123 Personen mit schriftlichen Beschwerden und Eingaben an den Patientenbeauftragten.

Dabei klagten Patienten am häufigsten über eine mangelhafte ambulante Versorgung (33,5 Prozent), die gesetzlichen Krankenversicherungen (26,5 Prozent) und vermutete Behandlungsfehler (15,9 Prozent). Der Patientenbeauftragte ist erreichbar unter: www.patientenbeauftragter.nrw.de.

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