Paris-Anschläge: Verdächtiger auf A4-Rasthof Frechen gesehen

Von: Marc Heckert
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Frechen Razzia Rastanlage
An der Rastanlage Frechen auf der A4 (Archivbild) soll der unbekannte Verdächtige gesehen worden sein. Foto: dpa

Köln/Alsdorf. Nach den Attentaten von Paris suchen die Behörden weiterhin fieberhaft nach den Drahtziehern. Laut „Spiegel Online“ gibt es Hinweise, dass sich der Hauptverdächtige Salah Abdeslam und weitere Mittäter in Deutschland aufhalten. Einer von ihnen sei auf einem Rastplatz an der Autobahn 4 bei Frechen gesehen worden. Das Bundeskriminalamt dementierte allerdings den Bericht mittlerweile.

Das Nachrichtenportal berief sich auf vertrauliche Polizeiunterlagen. Zwei Tage nach den Anschlägen von Paris sei der Mann auf der Rastanlage von Überwachungskameras aufgezeichnet worden. Er sei in einem dunkelblauen BMW mit gestohlenen belgischen Nummernschildern in Richtung Köln unterwegs gewesen. Der Mann wird demnach mit den Anschlägen in Verbindung gebracht, nach ihm werde gefahndet. Sein Name ist nicht bekannt.

Das Bundeskriminalamt indes wies den Bericht am Mittwochabend gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ zurück. „Den Sicherheitsbehörden liegen zahlreiche entsprechende Hinweise vor. Sie haben sich bisher nicht bestätigt“, zitiert die Zeitung eine BKA-Sprecherin.

Der belgische Islamist Salah Abdeslam, der sich auch Yassine Baghli nennt, gilt weiterhin als meistgesuchter Hintermann der blutigen Anschläge vom 13. November mit insgesamt 137 Toten und über 350 Verletzten. Der 26-Jährige hatte den VW Polo gemietet, in dem die Attentäter zur Konzerthalle Bataclan gefahren waren. Dort töteten drei Terroristen fast 90 Besucher mit Sturmgewehren und Handgranaten. Zeitgleich sprengten sich an mehreren anderen Orten in Paris weitere Attentäter in die Luft und erschossen Passanten und Restaurantbesucher.

Hinweise, dass die Gesuchten sich in Nordrhein-Westfalen aufhalten, hatte es mehrfach gegegeben. Erhärten ließen sich diese Vermutungen bislang nicht. Erst vor zwei Wochen, am 17. November, war in Alsdorf ein Auto mit drei Menschen von einem Spezialkommando der Polizei gestoppt worden. Die Insassen wurden festgenommen, anschließend ihre Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Schaufenberg durchsucht.

Auslöser der spektaktulären Aktion: Eine Verkäuferin in einem Supermarkt im Saarland hatte geglaubt, in einer Person im Wagen den gesuchten Salah Abdeslam erkannt zu haben. Noch am selben Tag stellte sich heraus: Die Festgenommenen hatten mit den Attentaten von Paris nichts zu tun. Sie wurden umgehend wieder freigelassen, die Aachener Polizei kündigte eine Entschuldigung an.

Wenige Tage später, am 22. November, stürmte ein Sondereinsatzkommando ein Wohnhaus in Gangelt im Kreis Heinsberg. Ein Zeuge hatte der Polizei mehrere Personen arabischer Abstammung in dem Gebäude gemeldet, in dem Asylbewerber leben. Die Unbekannten seien aus Paris und Belgien angereist. Auch in diesem Fall stellte sich heraus, dass keine Terrorverdächtigen unter den Bewohnern waren.

Wie „Spiegel Online“ weiter meldet, soll sich der Kopf hinter den Attentaten von Paris, der mittlerweile getötete Abdelhamid Abaaoud aus Belgien, in den vergangenen Jahren mehrmals im Großraum Köln aufgehalten haben. So soll er im Januar 2014 vom Flughafen Köln/Bonn aus nach Istanbul geflogen sein.

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