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Papst unterstützt die Pavel-Stiftung

Von: Manfred Kutsch
Letzte Aktualisierung:
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„Unglaublich“: Klaus Pavel, ALRV-Ehrenpräsident und brasilianischer Honorarkonsul. warb mit seiner Frau Gudrun und dem brasilianischen Mädchen Anna bei Papst Franziskus für Unterstützung seiner Hilfsaktion. Foto: Vatikan
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Ein Autogramm von Papst Franziskus, der schlicht mit „Franziskus“ unterschreibt: Klaus Pavel (im Hintergrund) bei einem Besuch eines Projektes, das seine „Fundação Pavel“ in Zusammenarbeit mit den Sternsingern in Brasilien unterstützt. Foto: Silke Fock-Kutsch

Rom/Aachen. Die Entstehungsgeschichte dieser drei Minuten ist das eine Kapitel, jenes des persönlichen Gespräches mit Papst Franziskus das andere. Gudrun und Klaus Pavel werden beides nicht so schnell vergessen.

„Unglaublich, welche Präsenz, Natürlichkeit und Warmherzigkeit dieser Papst ausstrahlt“, schwärmen Aachens brasilianischer Honorarkonsul und Ehrenpräsident des Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) und seine Frau nach einer bemerkenswerten Begegnung in Rom.

Anlass der persönlichen Audienz im Vatikan war ein gemeinsames Anliegen mit dem argentinischen Kirchenoberhaupt. Durch seiner Erzbischofszeit in Buenos Aires hat der Papst eine starke Nähe zu nachhaltigen Hilfsprojekten an der Basis.

So auch zur Stiftung, die Pavels Namen trägt, „Fundação Pavel“, die mit dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ im unterentwickelten Nordosten Brasiliens „den Ärmsten der Armen ein würdiges Leben ermöglichen soll“, so Gudrun Pavel.

Die Hilfsaktion des Ehepaares hatte sie vor 23 Jahren in der Kleinstadt Barao de Grajau mit Nähkursen für junge Mädchen gegründet. Die konnten sich später bei der Stiftung zeitlich befristet eine Nähmaschine ausleihen und sich selbstständig machen.

„Gib mir die Angel und nicht den Fisch“ heißt die Pavelsche Philosophie zur Selbsthilfe in der ärmsten Landesprovinz Brasiliens, Maranhao – und der Heilige Vater war offensichtlich beeindruckt: „Er zeigte sein Interesse ganz authentisch und stellte immer wieder Fragen“, erzählen die beiden.

Mit klopfendem Herzen hatte Gudrun Pavel dem Papst von den jüngsten Erfolgen der 20 Hilfsangebote berichtet, die täglich 1000 Menschen zugute kommen: bei der Alphabetisierung in der Vorschule, den Computer- und Elektronikkursen, den Unterstützungen zur Existenzgründung und in der Landwirtschaft, dem Bau einer Kfz-Ausbildungswerkstatt sowie Sport-, Tanz- und Musikkursen.

Hilfen für die vergessenen Folgen alltäglicher Armut und Unterversorgung. „Der Papst signierte ein Foto mit Kindern der ‚Fundação‘, ermunterte uns zur unbeirrbaren Fortführung und segnete die Ziele des Projektes sowie stellvertretend für alle Kinder unsere Anna“, so Gudrun Pavel. Das Mädchen, ein zwölfjähriges Kind aus Barao de Gracau, ließen die Pavels extra nach Rom einfliegen.

Unter dem Druck und der Wucht der aktuellen globalen Ereignisse und Kriege wird die jährliche Sicherstellung der Stiftung immer schwieriger. Zudem fehlt die Unterstützung des brasilianischen Staates. „Bundesminister und Landesgouverneurin sind zwar begeistert von unserer Arbeit“, berichtet der 79-jährige Konsul. Aber: „Sie tun nichts.“ Pavel augenzwinkernd: „Dann mussten wir eben zum Papst, um sanften Druck zu machen.“

Bleibt die Frage: Wie kommt man zum Heiligen Vater? „Ich habe seinen Privatsekretär Georg Gänswein angeschrieben, aber nie eine Antwort erhalten“, berichtet Klaus Pavel, der jedoch nicht aufgab. Mit der ihm eigenen Beharrlichkeit trieb er einen Priester in der Region auf, „der einen guten Draht in den Vatikan hat“. So gut, dass sich die Tür zum Papst tatsächlich öffnete.

Die Botschaft des Kirchenoberhauptes werden die Pavels in Brasiliens Regierungskreisen verbreiten. Das strategische Ziel des Honorarkonsuls ist klar: „Wenn Gouverneurin und Minister sehen, dass selbst Papst Franziskus unsere ‚Fundacao‘ unterstützt, reagieren sie vielleicht dann.“

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