Ordensverleihung: Dank Olympia zu guter Quote?

Von: Robert Esser
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Die Mitglieder des Aachener Karnevalsvereins hoffen, dass die Sendezeit direkt nach der Olympiaübertragung ihnen eine bessere Einschaltquote beschert.

Aachen. Alles eine Frage der Berechnung: Die AKV-Fernsehsitzung „Orden wider den tierischen Ernst“ schalteten vergangenes Jahr in der ARD 73 mal so viele Zuschauer ein wie den Festakt zur Karlspreisverleihung im WDR. 3,66 Millionen zu 50 000. Kein Witz. Lustig wird‘s dieses Jahr bei der Ordensverleihung an FDP-Chef Christian Lindner.

Da will der Aachener Karnevalsverein nicht nur eine bessere Quote erzielen (in den zwei Jahren zuvor verlor man eine Million Fernsehzuschauer), sondern Kaiser Karl zu dessen 1200. Todestag auch karnevalistisch in Szene setzen.

Am kommenden Samstagabend geht das knapp dreieinhalbstündige AKV-Programm im Eurogress über die Bühne. Den 105-minütigen Zusammenschnitt sendet das Erste am Montag, 17. Februar, ab 21.15 Uhr. „Vorher läuft die Olympia-Berichterstattung“, erklärt AKV-Präsident Werner Pfeil am Montag bei der Programmvorstellung in Aachen. „Wir hoffen, dass dies eher positive Auswirkungen auf die Einschaltquote hat“, sagt er. „Aber sicher ist das natürlich nicht.“ Fest steht hingegen, wer 2014 die Hauptrollen im jecken Rampenlicht übernimmt. Aus drei „Lagern“ stammen die Akteure. Erstens: politische Kräfte. Vor Lindner tritt Vorjahres-Ritter und Grünen-Chef Cem Özdemir ans Mikrofon. Eine gemeinsame Nummer zum Start des Abends bestreiten Knappe Philipp zu Guttenberg und Ritter Friedrich Merz. SPD-Bundesschatzmeister Dietmar Nietan tritt in die Bütt, und auch EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) soll mit einer launigen Rede Pointen abräumen. In welcher Sprache, wird sich zeigen. Oettingers unfreiwillig komische Ausflüge ins Englische bei Interviews sind jedenfalls in Brüssel Garanten für Schenkelklopfer . . .

Apropos, zweitens: Über die Aachener Region hinaus will natürlich auch die Ordensverleihung das bundesweite TV-Publikum amüsieren. Ohne telegene Promis klappt das kaum. Also führen auch 2014 nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr Tagesschau-Sprecher Jens Riewa, AKV-Vizepräsident Rolf Gerrards und Präsident Pfeil als Moderatoren-Trio durch die Show. An den Zwerchfellen darf dann mit Ingo Appelt ein echtes „Enfant terrible“ der deutschen Comedy-Szene zerren. Der kennt keine Tabus – und hüpft auch schon mal halbnackt vor die Kameras, während er Politiker genüsslich durch den Kakao zieht. Er tritt zum ersten Mal bei der AKV-Ordensverleihung auf. Mit weiteren TV-Profis gibt es drei Wiedersehen: Ingolf Lück, der 2012 als „Manneken Pis“ Lacher sammelte, kehrt in der Rolle Karls des Großen zurück auf die Eurogress-Bühne. Komiker Guido Cantz dürfte in Aachen ein weiteres Heimspiel feiern – genauso wie Parodist Jörg Knör.

Dass, drittens, auch Aachener das Programm bereichern, darauf legt der AKV besonderen Wert: Natürlich sind die 4 Amigos an Bord, geplant sind Auftritte von Aachens Narrenherrscher Prinz Bernd I., Märchenprinz Paul II., dem Öcher Redner Hastenraths Will sowie Josef, Jupp und Jüppchen und vielen weiteren. Wie viele Minuten Sendezeit mit lokalen Kräften dann tatsächlich im deutschlandweit ausgestrahlten Zusammenschnitt für den Montagabend landet, ist indes ungewiss. „Das wird erst am Sonntag besprochen“, erklärt Pfeil. Klar ist: Mindestens die Hälfte der gesamten Sitzungsdauer fällt dem Schnitt zum Opfer.

Zeit für die Einblendung prominenter Gäste wird aber sein: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt, WDR-Intendant Tom Buhrow und Lindenstraßen-Star Marie-Luise Marjan haben – unter anderem – die Einladung nach Aachen angenommen.

„Der Fokus der Ordensverleihung an Christian Lindner liegt auf pointierten, politischen Reden“, erklärt AKV-Präsident Pfeil. Wer alles mit Lachern rechnen darf, bleibt die Frage.

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