Jülich/Vossenack - Orden will Fälle im Internat aufarbeiten

Orden will Fälle im Internat aufarbeiten

Von: vpu/mv
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Jülich/Vossenack. Auch in der Region Aachen sind Menschen Opfer von Missbrauch geworden. Drei Betroffene, „die in den späten 50er Jahren offensichtlich von Ordensleuten, die Lehrer waren, sexuell missbraucht worden sind”, haben sich „aus dem Internat und dem Gymnasium Haus Overbach in Jülich” gemeldet.

Das teilte der Schulträger, die Deutschsprachige Provinz der Oblaten des heiligen Franz von Sales, in Wien mit. „In der Gegenwart sind uns keine aktuellen Fälle bekannt”, erklärte das Provinzialat.

Der Träger bietet den Opfern Hilfe an, „falls sie diese wünschen”. Ein Vertrauensmann wurde eingesetzt, dem ein Fach-Gremium zur Seite steht. Der Orden hat auch die Staatsanwaltschaft Aachen eingeschaltet, das aber bislang erst telefonisch, wie ein Sprecher der Behörde am Dienstag gegenüber den „Nachrichten” einräumte.

An einer offensiven und transparenten Aufklärung hat der Jülicher Schulleiter Heinz Lingen indes keinen Zweifel: „Ich habe Vertrauen in die Maßnahmen der Ordensgemeinschaft.” Das Gymnasium Haus Overbach besuchen derzeit etwa 900 Schüler. Das Internat beherbergt 60 junge Menschen.

Unterdessen wurde bekannt, dass es im St.-Franziskus-Gymnasium in Vossenack, zu dem auch ein Internat gehört, in den 70er Jahren ebenfalls einen Vorfall gegeben hat. Darüber erteilte am Dienstag Provinzialminister Bruder Franz-Leo Barden auf Anfrage der „Nachrichten” Auskunft. Damals habe sich eine Mutter darüber beschwert, dass ihr Sohn „von einem Pater begrapscht” worden sei.

Sowohl die Leitung der Schule als auch die des Internates seien damals mit der Sache befasst gewesen. Der Pater habe die Vorwürfe bestritten, sei aber trotzdem unverzüglich versetzt worden. Und zwar in einen Bereich, „wo er mit Kindern und Jugendlichen nichts mehr zu tun hat”.

Alles sei mündlich verhandelt worden, es gebe nur wenige schriftliche Vermerke, teilte Barden mit. Die Eltern des Jungen hätten sich Vertraulichkeit gewünscht. Es habe infolgedessen nie eine gerichtliche Prüfung der Vorwürfe gegeben.
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