Opernsänger melden sich scharenweise krank

Von: dpa
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Er fehlt genauso wie Hauptdarstellerin Dalia Schaechter und der „alte Hebräer” Ulrich Hielscher: „Oberpriester” Samuel Youn, hier in der Rolle des „Rosenkavaliers”. Die „Samson et Dalila”-Inszenierung des Regisseurs Tilman Knabe soll zu grausam sein. Foto: ddp

Köln. An der Kölner Oper melden sich die Sänger scharenweise krank, weil ihnen eine Inszenierung von „Samson et Dalila” zu grausam ist.

Schon 28 von 64 Chormitgliedern blieben jetzt zu Hause, sagte Opernsprecher Johannes Wunderlich am Freitag. Gleichfalls ausgestiegen ist die israelische Mezzosopranistin Dalia Schaechter, die für die weibliche Hauptrolle der Dalila vorgesehen war. „Oberpriester” Samuel Youn warf ebenso das Handtuch wie Ulrich Hielscher, der nicht mehr als alter Hebräer zur Verfügung steht.

Der Regisseur Tilman Knabe siedelt die im biblischen Palästina spielende Handlung der Oper von Camille Saint-Saëns (1835-1921) im heutigen Nahen Osten an. Es gibt eine Schlacht mit Maschinengewehren und eine Massenvergewaltigung.

Diese drastischen Szenen hätten einen großen Teil der Sänger schwer belastet und letztlich krank gemacht, sagte eine Sprecherin des Chors dem „Kölner Stadt-Anzeiger”. Blut fließt allerdings erst zur Premiere am 2. Mai: „Im Moment wird noch trocken geprobt”, sagte Wunderlich.

„Man ist offenbar auf der Opernbühne vieles nicht gewohnt”, meinte er - oder zumindest auf der Kölner Opernbühne. Gemessen an dem, was in Schauspielhäusern geboten werde, sei das Geschehen nicht gerade schockierend. Wunderlich verwies auf eine Düsseldorfer „Macbeth”- Inszenierung, bei der sogar mit Kot geworfen werde.

Zurzeit sei der Chor immer noch einsatzfähig, betonte er. Im übrigen gebe es auch Sänger, die Knabes Arbeit lobten. Er selbst habe nicht den Eindruck, dass es um Effekthascherei gehe oder dass zum Beispiel eine bestimmte Seite im Nahost-Konflikt angeprangert werden solle: „Der Regisseur legt es eher darauf an zu zeigen, wie austauschbar diese Gruppen sind.”

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