Operation am offenen Herzen: Riesen-Erweiterung fürs Klinikum

Von: Wolfgang Schumacher
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Die geplanten Neubauten an der Uniklinik: 1. Zentrale Operationsräume und Umgestaltung des Vorplatzes, 2. Kreißsaal und Perinatalzentrum (2/1) sowie Erweiterung der operativen Intensivpflege (2/2), 3. Parkhaus (nicht im Lageplan), 4. Weiteres Parkhaus (noch nicht geplant), 5. Langfristig geplanter weiterer Bauabschnitt für ein Herzzentrum. Quelle: Uniklinik Aachen
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Die Frau mit den Millionen im Gepäck: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) erklärte am Dienstag, wie die genehmigten Millionen am Klinikum verbaut werden sollen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Lächeln von Ministerin Svenja Schulze (SPD) versprach nur Gutes. Und die Düsseldorfer Fachfrau für Innovation, Wissenschaft und Forschung hielt, was ihre Miene versprach. Im Gepäck hatte sie 418 Millionen Euro für Europas größte Uniklinik, nämlich die im Westen Aachens, ein Krankenhausgigant, der mit seinen 1300 Betten und rund 4600 Beschäftigten inzwischen aus allen Nähten platzt.

Und der trotz seiner postmodernen, raumschiffartigen Architektur nach etwas mehr als 30 Betriebsjahren nicht nur platzmäßig, sondern auch technisch schwächelt.

Damit das Klinikum aufpoliert und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden kann, hat das Land NRW fast eine halbe Milliarde Euro bewilligt. Insgesamt schüttet das Land mit dem Modernisierungsprogramm für die sechs Unikliniken in NRW 2,2 Milliarden Euro aus, im Schnitt 367 Millionen für jedes Klinikum.

In Aachen werden zwischen 2018 und 2021 in zwölf Einzelbereichen die Millionen verbaut, und zwar „nicht wie bei der Elbphilharmonie oder sonstigen Vorhaben“, wie der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Thomas Ittel, am Dienstag gut gelaunt und voller Tatendrang versicherte.

Das Herzstück der ersten Ausbaustufe (Baubeginn 2018), der nach einem bis 2040 reichenden Masterplan noch weitere Erweiterungsbauten auf dem Parkplatzgelände vor der Klinik folgen sollen, ist der Neubau einer zentralen OP-Abteilung für insgesamt 181 Millionen Euro. Um kurze Wege zu garantieren, kamen die Mediziner auf die Idee, die dann 32 OP-Säle in unmittelbarer Nähe zur „Rettenden Hand“, dem Hubschrauberlandeplatz für Notfälle, zu platzieren.

Medizinisch entsprächen die alten OPs einem Planungsstand „vom Ende der 60er Jahre“ und seien nicht mehr richtig vorbereitet für „neueste Medizin“, sagte Ittel. Unmittelbar angeschlossen wird dann eine OP-Intensivstation mit 50 Betten. Zwei sogenannte Hybrid-OP-Säle (Extrakosten: 5,5 Millionen Euro) sollen spezielle Großtechnik wie Operationsroboter und eine visuelle Direktüberwachung des OP-Verlaufs anbieten.

Sozusagen im Preis inbegriffen ist die völlige Neugestaltung der Eingangslobby zur Uniklinik, „Magistrale“ wird sie genannt, und ebenso geplant ist ein neuer Vorplatz, der mit Busspuren, Behindertenparkplätzen, einem unterirdischen Fahrradparkhaus und einem „Kiss & Ride“-Bereich ausgestattet sein soll, so etwas wie ein eingeschränktes Halteverbot vor dem Klinikum, an dem Patienten aus dem Auto aussteigen und sich zum Beispiel vom Partner kurz verabschieden können.

Große Erwartungen setzen die Planer in einen dann endlich mit Tageslicht versorgten neuen Kreiß­saalbereich mit angeschlossenem Zentrum für Frühgeborene und einer weiteren Intensivstation, Kosten: 54 Millionen Euro. Für 30 Millionen gibt es ein Erweiterungsgebäude für die Strahlentherapie. Und die gesamte Energetik des Aachener Klinikums wird für 57 Millionen aufgerüstet, eine neue Kinder- und Jugendpsychiatrie wird 14 Millionen kosten, hinzu kommt ein psychiatrisches Verfügungszentrum für 22 Millionen, das die Pflichtversorgung für die Region übernimmt.

Beinahe billig mutet dagegen die Ertüchtigung der automatischen Warentransportanlage im gesamten Gebäude an, die Sanierung kostet rund 6,5 Millionen Euro. Den Beginn des Gesamtumbaus markiert ein neues Parkhaus mit 1500 Stellplätzen, Kostenpunkt 16 Millionen Euro, der Antrag liegt bereits bei der Stadt.

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