Olympia in NRW: Chancen sind eher gering

Von: Olaf Kupfer
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DOSB-Vorstandschef Michael Vesper favorisiert eine erneute Olympia-Bewerbung Hamburgs. Foto: Michael Kappeler/dpa

Düsseldorf. Gestern hat der NRW-Landtag im Plenum noch aufgeregt über eine mögliche Olympia-Bewerbung NRWs für die Spiele im Jahr 2028 debattiert – auf Antrag der CDU-Fraktion. Durchaus möglich aber, dass die Verhandlungen der Politiker und die Bemühungen des Sport-Unternehmers Michael Mronz ins Leere laufen.

Denn aus dem Umfeld des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat unsere Zeitung erfahren, dass grundsätzlich eine erneute Bewerbung Hamburgs präferiert würde – nach dem gescheiterten Anlauf für Olympia 2024 dann für die Spiele 2028. Die Hamburger Bewerbung für 2024 war im November 2015 an einem Bürgerentscheid gescheitert.

„Die Hamburger Bewerbung war exzellent“, bestätigte gestern auch DOSB-Vorstandschef Michael Vesper in Düsseldorf und machte deutlich, wie das Prozedere bei allen Bemühungen aus NRW auch künftig aussehen wird: „Bewerben kann sich letztlich nur der DOSB.“ Die Debatte um das Interesse der Rhein-Ruhr-Region für 2028 hat Vesper den Medien entnommen: „Wir als DOSB sind noch gar nicht angesprochen worden.“

Weder der initiativ gewordene Sport-Unternehmer Michael Mronz noch die NRW-Politiker vor allem aus CDU und FDP haben Kontakt zu den Entscheidungsträgern. Vesper hält das Vorpreschen für keinen guten Schachzug: „Die gescheiterte Hamburger Olympia-Bewerbung liegt gerade mal ein Dreivierteljahr zurück. Da macht man nicht auf dem Absatz kehrt und überlegt sich die nächste Bewerbung.“

Klar ist: Der DOSB wird erst einmal die Wahl des Ausrichters für 2024 im September 2017 abwarten. Gewinnt dann nicht Los Angeles, sondern einer der europäischen Bewerber Paris, Rom oder Budapest, wäre eine deutsche Bewerbung unsinnig, weil das IOC die Kontinente zu wechseln pflegt.

Vielleicht kommt es aber auch anders und NRW geht ins zunächst interne Rennen gegen Hamburg. Das gab es schon einmal, als Düsseldorf und Hamburg die Spiele 2012 wollten, in der nationalen Vorausscheidung dann aber gegen Leipzig verloren. Am Ende bekam London die Spiele.

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