Ölspuren: Täter in der Psychiatrie

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Schwer verletzt wurde der Fahrer dieses Motorrads, der am 3. April auf einer der absichtlich gelegten Ölspuren in der Eifel ausgerutscht und gestürzt war. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Stolberg. Thomas K. war des versuchten Mordes beschuldigt, und gleich am ersten Verhandlungstag hatte er vor dem Aachener Schwurgericht auch alles zugegeben. Zwischen dem 3. und dem 7. April hatte der 26-jährige Stolberger jeweils zwischen 21 und 22 Uhr insgesamt vier Ölspuren auf Landstraßen in der Eifel gelegt.

Ein Motorrad war auf einer der Ölspuren weggerutscht, der Fahrer verletzte sich schwer. Das Ziel der Staatsanwaltschaft war nicht, Thomas K. ins Gefängnis zu bringen. Die Staatsanwaltschaft beantragte stattdessen, Thomas K. dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung unterzubringen. Thomas K. habe nicht im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten gehandelt und sollte deswegen bei den Taten nicht schuldfähig gewesen sein. Diese Auffassung bestätigte am Freitag das Schwurgericht unter dem Vorsitz von Richter Arno Bormann in seiner Entscheidung.

Von der Freundin gemobbt

Danach folgte das Gericht der forensischen Psychiaterin Konstanze Jankowski und stellte fest, dass Thomas K. die Taten im „Zustand der Schuldunfähigkeit“ begangen und dabei seinen „Wahn- und Verfolgungsideen“ nachgegeben habe. Da er weiterhin eine „Gefahr für die Allgemeinheit“ darstelle, müsse er in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht werden.

Thomas K. hatte angegeben, nach der Trennung von seiner Freundin, einer Polizistin, von dieser gemobbt und verfolgt worden zu sein. Er sei von Streifenwagen unberechtigt angehalten worden, dabei habe sie hinten im Fonds gesessen und zugeschaut. Auch an seiner Arbeitsstätte habe man ihn gemobbt, sagte er aus.

Gegen Motorradfahrer habe er überhaupt nichts, er sei Fan des Motorrennsports und sei mit seinem sportlichen Pkw in der Vergangenheit regelmäßig zum Nürburgring gefahren, gab er an. Nur die Freundin habe ihn immer wieder gemobbt. Irgendwann habe er auf seine Lage aufmerksam machen wollen. Er kaufte im Supermarkt Hydrauliköl und brachte es auf den Eifelstraßen, etwa bei Venwegen, auf. Ortsschilder, Bänke und Bäume beschmierte er mit Hakenkreuzen. Aber auch hier: Mit rechter Gesinnung habe er nichts am Hut, er wollte nur die Öffentlichkeit erreichen.

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