„Öcher World Cup“: Die halbe Welt kickt in Aachen

Von: Nina Krüsmann
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Die Macher: Sebastian Feis, Willi Kiessner, Ingo Schartmann und Sebastian Schmitt haben das Turnier am Tivoli organisiert. Finanziert wurde alles aus Eigenmitteln, geholfen hat eine Spende der AWO-Kita Minimax.
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Von der Sonne verwöhnt: Auch die Mannschaft des Kinderheims Maria im Tann macht mit beim „Öcher World Cup“. Sieben Teams aus Aachener Jugendhilfeeinrichtungen sind dabei. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. Wie groß die Fußballbegeisterung unter den in Aachen lebenden Flüchtlingen ist, lässt sich an diesem sonnig-heißen Dienstagvormittag deutlich sehen: Mit großem Eifer kicken die jungen Männer aus Afghanistan und dem Iran, aus Gambia und Syrien gegen den Ball.

Gerade spielt das Team der Internationalen Förderklasse der Hauptschule Aretzstraße gegen das Team vom Kinderheim in Brand. „Heute gibt es keine Pokale, denn der Spaß ist der größte Gewinn“, betont Willi Kiessner, Sozialpädagoge bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Kreisverband Aachen, und zuständig für Vormundschaften für Flüchtlinge.

Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Fanprojekt der AWO hat er den 1. „Öcher World Cup“ am Tivoli organisiert und führt damit jugendliche Flüchtlinge und Alemannia-Fans zusammen. Jamshid Rahramahl von der Hauptschule Aretzstraße erweist sich gerade als absoluter Künstler am Ball. In vielen der Jugendlichen stecken bislang verborgene Talente. Gekickt wird mit zehn Mannschaften auf den Kunstrasenfeldern des Tivoli-Stadions. Über den Schatten freuen sich die jungen Sportler, denn es ist schon morgens richtig heiß an diesem Sommertag.

Große Resonanz

„Wir haben die Idee des Turniers aus Dortmund aufgegriffen“, erklärt Kiessner. Über die große Resonanz ist er begeistert. Sieben Mannschaften aus den stationären Aachener Jugendhilfeeinrichtungen mit Flüchtlingen aus aller Welt im Alter von 15 bis 25 Jahren sowie ein Team der Aachener Jugendorganisation „Die Falken“ und zwei Jugendteams aus dem Fan-Umfeld der Alemannia machen mit.

„Die Stadt Aachen ist in den letzten Jahren neue Heimat für viele Hundert junge Menschen geworden, die aus verschiedenen Ländern nach Deutschland geflüchtet sind. Viele dieser unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge bringen eine große Begeisterung für den Fußball mit“, erklärt AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer.

Vom Aachener Fan-Projekt haben Sebastian Feis, Ingo Schartmann und Sebastian Schmitt mitgeholfen, das Turnier zu realisieren. Alles wurde aus Eigenmitteln finanziert. Möglich machte dies eine Spende der AWO-Kita Minimax, die jüngst bei einem Sponsorenlauf 700 Euro eingenommen hat.

Gespielt wird ohne „richtigen“ Schiedsrichter. Das klappt super und mit viel „Fair Play“. Während die Jungs der Hauptschule Aretzstraße noch gegen die Kicker vom Kinderheim in Brand spielen, machen die Fußballer vom Kinderheim Maria im Tann eine kurze Pause im Schatten. Wegen der hohen Temperaturen sind auch die Bestimmungen für den Ramadan gelockert.

AWO-Mitarbeiter versorgen die Jungen mit Wasser und Bananen. Am Spielfeldrand kommt richtig Stimmung auf. Eindeutig zu erkennen sind alle an ihren Trikots, das stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Auch Jamshid Rahramahl ist begeistert: Solch ein Turnier ist eine tolle Idee, um einander kennenzulernen und neue Kontakte zu knüpfen, finden er und seine Mitspieler.

Und so nimmt die Begeisterung von Stunde zu Stunde zu: Das Spielfieber grassiert bei mindestens 33 Grad Celsius.

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