Obst und Gemüse wollen einfach noch nicht wachsen

Von: Angela Delonge
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Auch Spargel bekommt die Kälte empfindlich zu. Foto: imago/imagebroker

Aachen. Minustemperaturen in den Nächten, Kälte und Nässe am Tag, dazu wenig Licht und Sonne. Nicht die besten Bedingungen für das Obst und Gemüse in der Region, das jetzt eigentlich auf den Feldern „durchstarten“ müsste. Wenn es denn schon gepflanzt wäre.

„Wir hängen mit der Pflanzung drei bis vier Wochen zurück“, sagt Gartenbauingenieur Udo Rindsfüsser, Gemüseberater beim Versuchszentrum Gartenbau in Köln-Auweiler. Viele Jungpflanzen konnten wegen der anhaltenden Kälte bisher noch nicht ausgepflanzt werden.

„Der Saisonstart wird in diesem Jahr sehr spät werden“, meint er. Ein großes Problem bestehe zurzeit auch darin, dass die landwirtschaftlichen Betriebe jede Menge Jungpflanzen gelagert haben. „Die wissen nicht, wohin damit, sagt Rindsfüsser. Wöchentlich werden Kopfsalat, Blumenkohl, Brokkoli oder Romana-Salat als junge Pflänzchen von größtenteils holländischen Spezialfirmen angeliefert, doch die Bauern können sie wegen des gefrorenen Bodens nicht auf die Felder pflanzen. Vor allem der Kohlrabi – das Gemüse für den Frühlingsstart – müsste dringend ausgebracht werden.

Warum die Verzögerung noch ein weiteres Problem nach sich zieht, erklärt Udo Rindsfüsser: „Die Paletten, auf denen die Jungpflanzen angezogen werden, gehen normalerweise sofort zurück an die Lieferanten. Das geht nun nicht. Wenn es jetzt warm werden sollte, ist kein Nachschub da.“ Außerdem schlage der lange Verbleib in Lagerräumen auch auf die Qualität durch: „Je länger man mit der Auspflanzung wartet, desto schlechter wird die spätere Qualität des Gemüses.“

Auch die beiden wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte der Region – Spargel und Erdbeeren – bekommen die Kälte empfindlich zu spüren, wie Peter Muß, stellvertretender Geschäftsführer des Provinzialverbands Rheinischer Obst- und Gemüsebauern feststellt: „Vor Ostern wird es mit Sicherheit keinen Spargel aus der Region geben.“ Trotz Folienabdeckung und Abwärme aus Kraftwerken, die einige Spargelbauern nutzten, wollen die Triebe einfach nicht ans Licht. „Da passiert noch gar nichts, der Spargel muss es wärmer haben“, sagt Muß. Der Kältereiz zum Austreiben sei da, aber bei 40 bis 50 Zentimetern, die der Trieb unter der Erde stecke, brauche die Pflanze zurzeit „Minimum vier bis fünf Tage, eher länger“.

Die Erdbeeren seien noch einmal davongekommen. Da habe sich die Schneedecke positiv auf die schon im Herbst angesetzten Blüten ausgewirkt. „Bei fünf oder sechs Grad minus hätten die Erdbeeren sonst sicher Schaden genommen“, sagt Peter Muß. Aber die Blüten seien intakt ebenso wie die von Äpfeln und Birnen. Peter Muß zeigt sich zuversichtlich: „Wenn es jetzt nicht mehr fiert, kann es durchaus noch eine reiche Ernte geben.“

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