Obdachlose hinter der Kamera

Von: dpa
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Düsseldorf. <br /> Die Stadt mit anderen Augen sehen: Die Fotografie-Ausstellung „Obdachlose fotografieren Passanten” ist jetzt erstmals im Düsseldorfer Stadtmuseum zu sehen.

Die Bilder, die Obdachlose von ihrer alltäglichen Umgebung machten, erzählen vom Leben auf der Straße und in der Großstadt. Bereits im Jahr 2004 hatte der renommierte Düsseldorfer Fotograf Thomas Struth das Projekt ins Leben gerufen und Verkäufer der städtischen Straßenzeitung „fiftyfifty” als Künstler gewinnen können.

Aus den Erlösen der Ausstellung wurden damals neue Obdachenlosenheime gebaut. Von den ehemals zwölf teilnehmenden obdachlosen Künstlern sind seit der ersten Ausstellung 2004 drei gestorben. Über 600 Fotos waren bei der Aktion entstanden. Struth hat davon 78 Arbeiten für die Ausstellung ausgewählt.

Sie waren bisher in der „fiftyfifty Galerie” zu sehen. „Kunst mit Obdachlosen enthebt die Teilnehmenden ihrer Opferrolle und macht sie zu handelnden Subjekten mit ganz eigenen, wertvollen Ansichten”, erklärten die Organisatoren bei der Eröffnung der Schau im Stadtmuseum am Dienstagabend. Die Fotos werden bis zum 9. August gezeigt.

Die Fotografien hätten sich ganz spontan ergeben, sagte der Obdachlose Jörg Hilden. Manche Bilder der Ausstellung sind verschwommen, andere zeigen scharfe Porträts von Menschen auf der Straße - oft aus der Perspektive eines Sitzenden von unten nach oben fotografiert.

Während Hilden heute nicht mehr fotografiert, hat sein „Kollege” Rudolf Drusche seine Leidenschaft für das einstigen Kunst- Experiment entdeckt. Er bereitet derzeit einen Fotoband vor.

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