Aachen/Wegberg - Nur wenige Frauen in Kommunalparlamenten

Nur wenige Frauen in Kommunalparlamenten

Von: Angela Delonge
Letzte Aktualisierung:
Den finanziellen Sorgen der St
Nur auf jedem fünften Platz in den Kommunalparlamenten der Region sitzt eine Frau. Margareta Ritter, Bürgermeisterin von Monschau und Vize-Chefin der CDU im Altkreis Aachen fordert, dass „den Frauen auch die Chance eingeräumt wird, sich zu beteiligen. Der Frauenanteil muss hart erkämpft werden und dafür brauchen wir die Quote.“ Foto: P. Stollenwerk

Aachen/Wegberg. Nur auf jedem fünften Platz in den Kommunalparlamenten der Region sitzt eine Frau. Die Männer – von einigen Ausnahmen abgesehen – dominieren Kreistage sowie Stadt- und Gemeinderäte. In Zahlen: Den insgesamt 1094 männlichen Abgeordneten stehen 318 weibliche gegenüber.

Damit liegt die westlichste Region Deutschlands mit einer Frauenquote von 22,5 Prozent deutlich unter dem Bundestrend (32 Prozent) und auch unter dem Trend in NRW (28 Prozent).

„Frauen wollen angesprochen werden“, sagt Margareta Ritter, Bürgermeisterin von Monschau und Vize-Chefin der CDU im Altkreis Aachen. Sie fordert, dass „den Frauen auch die Chance eingeräumt wird, sich zu beteiligen. Der Frauenanteil muss hart erkämpft werden und dafür brauchen wir die Quote“, findet die Bürgermeisterin. „Ich weiß, dass es genügend Frauen gibt, die Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Ritter und hofft, dass sich beim Thema Frauenförderung in den Orts- und Stadtverbänden bis zur Kommunalwahl im nächsten Jahr noch einiges bewegt.

Vorbild Wegberg

Vorbild ist da die Stadt Wegberg im Kreis Heinsberg: Seit der vergangenen Kommunalwahl 2009 sind dort fast die Hälfte der Ratsmitglieder (47 Prozent) Frauen, ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zur Wahl von 2004. Eschweiler bringt es mit einem Plus von zwölf Prozent inzwischen auf 34 Prozent Frauenquote. In Monschau hat sich die Zahl der Ratsvertreterinnen gegenüber 2004 sogar mehr als verdoppelt – ein Plus von 15 auf nun 28 Prozent. Mehr als halbiert hat sich seit 2004 dagegen die Zahl der Frauen im Rat der Gemeinde Niederzier. Auch in der Eifelgemeinde Roetgen sank die Quote seit der letzten Wahl um acht Prozent auf 23. Die einzige Großstadt in der Region belegt in Sachen Parität nur einen Platz im Mittelfeld: 35 Prozent beträgt der Frauenanteil im Aachener Stadtrat.

Ansonsten dümpeln die Städte und Gemeinden zwischen zehn und 20 Prozent Frauenanteil – wahrlich kein Ruhmesblatt. Die Gemeinden Aldenhoven im Kreis Düren und Gangelt sowie Selfkant im Kreis Heinsberg führen die Liste in negativer Hinsicht an: Neben rund 30 Männern sitzt gerade mal jeweils eine Ratsfrau in den dortigen Gemeinderäten. Und das auch noch mit negativer Tendenz, vor allem in Aldenhoven, wo es vor neun Jahren noch sieben Ratsvertreterinnen gab.

Weit und breit keine Mitstreiterin

Ulrike Schwarz, die 2010 als einzige Frau für die CDU in den Aldenhovener Rat nachrückte, gibt zu, dass sie zwar politisch engagiert gewesen sei, aber eigentlich nie aktiv habe mitarbeiten wollen. Inzwischen macht ihr die Ratsarbeit Freude, bei der Kommunalwahl 2014 will sie wieder antreten. Weitere Mitstreiterinnen sieht sie aber weit und breit nicht. Als Vorsitzende der Frauen-Union weiß sie, dass manche Frau gerne politisch weiterkommen würde, aber „die Männer verteidigen ihre Posten“.

Das kann Elke Wiechmann von der Fernuniversität Hagen nur bestätigen. Die Soziologin mit den Schwerpunkten Partizipation, Gender und Gleichstellung sagt zur Unterrepräsentanz von Frauen in Parlamenten: „Entscheidend für eine paritätische Zusammensetzung ist, ob Parteien eine interne Quotenregelung haben und wie ambitioniert sie diese umsetzen.“

Gerade die Ortsverbände würden oft zum Nadelöhr für Ratsvertreterinnen. Die Auswahl der Direktkandidaten finde in männlich dominierten Parteizirkeln statt, zu denen Frauen kaum Zugang haben. Immer noch seien rund 90 Prozent der Ortsvorsitzenden bei CDU und SPD Männer.

„Die Ortsvereine sind nicht offen für Frauen, obwohl etwas anderes gesagt wird“, sagt Wiechmann. Solange Männer schon auf der untersten Ebene das Sagen haben, werde sich der Frauenanteil in den Wahllisten und bei den Direktmandaten kaum verbessern. Für die Soziologin ist klar: „Die Parteien müssen lernen, um die Frauen zu werben, sonst sind sie bald weg vom Fenster.“

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