Aachen - Nur die Ostereier werden teurer

Nur die Ostereier werden teurer

Von: Nicola Gottfroh
Letzte Aktualisierung:
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Tierschützer und Millionen Hennen haben Grund zur Freude: Seit dem 1. Januar ist es in der Europäischen Union (EU) verboten, Legehennen in zu kleinen Käfigen zu halten. Doch des Federviehs Freud wird nun des Bäckers Leid. Foto: imago/CTK Photo

Aachen. Tierschützer und Millionen Hennen haben Grund zur Freude: Seit dem 1. Januar ist es in der Europäischen Union (EU) verboten, Legehennen in zu kleinen Käfigen zu halten. Doch des Federviehs Freud wird nun des Bäckers Leid.

Denn gut ein Dutzend EU-Länder haben die Regelungen noch nicht umgesetzt. Noch immer werden in diesen Ländern Legehennen in engen Käfigen gehalten, in denen sie Eier produzieren müssen. Doch die Eier aus diesen Ländern dürfen nicht exportiert werden und fehlen nun auch auf dem deutschen Markt.

Deshalb sind Eier nicht nur teuer, sondern auch knapp geworden. Nach Angaben der Marktinfo Eier und Geflügel haben sich die Eier innerhalb weniger Wochen enorm verteuert. Betroffen davon ist zwar nicht der Einzelhandel, denn dank langfristiger Verträge müssen die Kunden dort nicht mehr für die Eier zahlen. Tiefer in die Tasche greifen muss dagegen die eierverarbeitende Industrie.

Zwar spüren viele Bäckereien in der Region von der tatsächlichen Verknappung noch nichts: „Versorgungsengpässe gibt es nicht und deshalb mussten auch keine Produkte aus dem Sortiment genommen werden”, erklärt Sonja Meisel von der Würselener Großbäckerei Kronenbrot. Doch indirekt haben auch die Bäckereien in der Region Grund genug, über die Eierknappheit zu klagen.

„Der Preis für Eier ist bereits vor fünf Monaten in die Höhe geschnellt”, sagt Heiner Nobis vom Aachener Unternehmen Nobis-Printen. Inzwischen habe sich der Preis sogar verdreifacht. „Die Preiserhöhung haben wir aber bisher noch nicht an die Kunden weitergeben müssen”, sagt Nobis.

Man versuche die Preiserhöhungen auszugleichen und an anderer Stelle zu sparen. Das sei bei Eiern leichter, als wenn sich der Preis für Mehl so stark erhöhen würde.

„Da hätten wir bei den Mengen, die wir verbrauchen, keine Kompensationsmöglichkeit mehr und müssten die Preiserhöhungen auch weitergeben”, sagt Nobis. Einzig für die buntgefärbten Ostereier müssten die Kunden in Nobis-Filialen künftig etwas tiefer in die Tasche greifen.

Der Aachener Gebäckhersteller Lambertz hat dagegen Glück - trotz der prekären Lage auf dem Eiermarkt. Zum einen, weil man schon seit 2010 Stück für Stück Eier aus Käfighaltung aus der „Backstube” verbannt habe und inzwischen komplett auf Eier aus Bodenhaltung umgestiegen sei, wie Lambertz-Sprecher Christian Schlosser berichtet.

Zum anderen, weil das Unternehmen von langfristigen Lieferantenverträgen profitiere. „Dank dieser Kontrakte schlägt die Preiserhöhung bei uns nicht durch - solange wir nicht mehr Eier benötigen als im Kontrakt festgelegt”, erklärt Schlosser. Unter diesen Umständen müsste auch Lambertz das Dreifache für die Eier zahlen.

Auch wenn die meisten Großbäcker in der Aachener Region nicht mit Problemen durch Verknappung der Eier rechnen, bezeichnete der Verband Deutscher Großbäckereien die Lage als „sehr ernst”.
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