Schleiden - NS-Ordensburg Vogelsang: Bloß keine weiteren archäologischen Funde

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NS-Ordensburg Vogelsang: Bloß keine weiteren archäologischen Funde

Von: Marlon Gego
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Das Zentrum Vogelsangs: Auf de
Das Zentrum Vogelsangs: Auf dem Adlerhof (1) entsteht ein gläsernes Besucherzentrum. Der Turm (2) erhält einen gläsernen Außenaufzug, von dem aus man ebenso wie aus dem entstehenden Panoramacafé (3) einen fantastischen Blick auf die Urfttalsperre und den Kermeter haben wird. Foto: vogelsang ip/Roman Hövel, Agentur Meier zu Hartum

Schleiden. An jedem Abend, an dem Thomas Fischer-Reinbach nichts von archäologischen Funden gehört hat, atmet er erleichtert auf. Vor ein paar Wochen haben die Bauarbeiter auf Vogelsang zwei alte Adler-Statuen ausgegraben, da wusste Fischer-Rheinbach gleich: Es wird teuer.

Er musste dann Geld ausgeben, das er gar nicht hat. Und es wäre am besten, das würde nicht noch mal passieren. Thomas Fischer-Reinbach ist Leiter der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang (SEV), im Moment ist er damit beschäftigt zu sehen, dass die Kosten für den Umbau im Rahmen bleiben. 42 Millionen Euro hat das Land bewilligt, mehr gibts nicht. Und wenn noch mehr Adler oder andere alte Statuen gefunden werden und um des Denkmalschutzes Willen die Archäologen gerufen werden müssen, kostet das wie vor ein paar Wochen Hunderttausende Euro, die er anderswo einsparen muss.

Die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang im Nationalpark Eifel erhält dieser Tage ein neues Gesicht, an mehreren Stellen wird gegraben, abgerissen und gebaut. Am 1. Mai 2014 soll alles fertig und eingeweiht sein. Im Adlerhof, zentraler Ort Vogelsangs, entsteht ein gläsernes Besucherzentrum mit Dokumentationszentrum, der nahe gelegene Turm erhält einen Außenaufzug, auf der anderen Seite entsteht ein Panoramacafé mit Blick über die Urfttalsperre auf den Kermeter. Es wird saniert, ausgebaut, renoviert.

Die Geschichte Vogelsangs als Ausbildungsstätte für den NSDAP-Nachwuchs mit weltanschaulichem Zentrum soll noch greifbarer werden, die Attraktivität als Ausflugs- oder Wanderziel soll steigen. Nach den Bauarbeiten soll die Zahl der jährlichen Besucher nach Angaben von Albert Moritz, Geschäftsführer der Vogelsang GmbH, die den Standort betreibt, von derzeit 200.000 kontinuierlich auf bis zu 400.000 pro Jahr steigen.

Einigkeit besteht allerdings darüber, dass Vogelsang auch nach den ganzen Umbauten mehr Angebote für seine Besucher schaffen muss. Und da kommt Thomas Fischer-Reinbach wieder ins Spiel, dessen SEV im Auftrag besonders des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen das 100 Hektar große Vogelsang-Gelände vermarkten soll, sprich: private Investoren akquirieren. Bislang hat das nicht besonders gut funktioniert.

Immer wieder mal gab es Pläne für ein Hotel, letztlich fand sich aber nie ein geeigneter Investor. Die Nationalparkverwaltung sollte auf das Gelände ziehen, aber es fand sich nie ein Investor, der das sogenannte Malakoff-Gebäude saniert und an die Nationalparkverwaltung vermietet hätte - trotz oder gerade wegen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens. Es gibt Pläne für einen spektakulären Baumkronenpfad mit Blick auf die Urfttalsperre, für ein Outdoor-Zentrum mit Kletterpark, für eine Begegnungsstätte, eine Jugendherberge und für 1000 andere Sachen, aber es fehlen: private Investoren.

Den Optimismus von Albert Moritz schmälern diese Probleme allerdings nicht. Er sagt: „Der Umbau ist nicht das Ende. Ich bin sicher, dass wir in zehn Jahren über noch ganz andere Projekte reden werden.” Während der Bauarbeiten ist Vogelsang weiterhin für Besucher geöffnet, das Besucherzen­trum ist provisorisch im Kino untergebracht.
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