NRW will mit eigenem Energiekonzept Atomausstieg forcieren

Von: dapd-nrw
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landesregierung will mit einem eigenen Energiekonzept den Atomausstieg forcieren.

Mit einer Bundesratsinitiative habe NRW die Bundesregierung aufgefordert, die Laufzeitverlängerung aufzugeben und zum rot-grünen Ausstiegskonsens zurück zu kehren. „Darüber hinaus werden wir demnächst ein eigenes Energiekonzept vorlegen”, sagte Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) am Samstag im Interview mit „Handelsblatt Online”.

Dazu gehörten neben neuen Kraftwerksbauten, möglichst mit Kraft-Wärme-Kopplung, auch die Themen Energieeffizienz, energetische Sanierung, energieeffizientere Technologien und Werkstoffe. Voigtsberger bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung an die Atomkonzerne und die Industrie, sich nicht länger gegen eine schnelle Energiewende zu stemmen.

„Bereits mehrfach habe ich die großen Energieversorgungsunternehmen aufgefordert, die nach Fukushima unausweichliche energiepolitische Wende konstruktiv zu begleiten”, sagte der Minister. „Sie sollten sie auch als Chance für notwendige strategische Neuorientierungen betrachten.” Der SPD-Politiker hält einen Atomausstieg innerhalb der nächsten zehn Jahre für möglich. „Wenn es ein stimmiges Energiekonzept und energiepolitischen Konsens über massive Investitionen in Erneuerbare und für eine nachhaltige und dezentrale Energieversorgung gibt, halte ich ein Ausstiegsdatum um 2018 für durchaus denkbar”, sagte Voigtsberger.

Zugleich riet der Minister dazu, nicht darauf zu warten, dass auch andere EU-Staaten der Atomenergie den Rücken kehren. Deutschland und insbesondere NRW seien bereits besonders weit bei der Entwicklung eines intelligenten Energiemixes aus erneuerbaren Energien und modernen Gas- und Kohlekraftwerken, die für eine lange Übergangszeit unverzichtbar sein werden. „Wir haben die Technologie und die Kraftwerke, um eine atomenergiefreie Energiepolitik umzusetzen, die sowohl Versorgungssicherheit, Netzstabilität wie akzeptable Strompreise gewährleistet”, unterstrich der SPD-Politiker.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert