NRW startet Berufsorientierung ab Klasse 8

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Düsseldorf. Nordrhein-Westfalen erprobt neue Wege aus der Schule in den Beruf.

Schon ab Klasse 8 sollen künftig alle Schüler der allgemeinbildenden Schulen eine systematische Berufs- und Studienorientierung erhalten. Darauf einigte sich am Freitag der sogenannte Ausbildungskonsens NRW mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften.

Wie die Landesregierung mitteilte, startet NRW ab dem Schuljahr 2012/13 als erstes Flächenland mit einem systematischen Übergang von der Schule in die Ausbildung. Damit verbunden ist eine Übergangsempfehlung für den Berufsweg. Berufskollegs sollen stärker mit Betrieben zusammenarbeiten.

„Das Motto ist: Kein Abschluss ohne Anschluss”, beschrieb Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) das Ziel. „Nur so können wir die zukünftigen Fachkräfte für die Wirtschaft unseres Landes gewinnen.” NRW baue ein bundesweit einzigartiges Übergangssystem auf, in dem individuelle Potenzialanalyse und Förderung jedes einzelnen Jugendlichen im Vordergrund stehen.

Bereits Anfang kommenden Jahres sollen sieben Kommunen unter wissenschaftlicher Begleitung den Anfang wagen: Bielefeld, Dortmund, Mülheim, die Städteregion Aachen, die Kreise Borken und Siegen- Wittgenstein sowie der Rheinisch-Bergische Kreis. „Dadurch können rund 29.000 Jugendliche schnell in die neue Berufsorientierung einsteigen”, heißt es in der Mitteilung. Ab 2013 soll das neue Übergangssystem in allen NRW-Kommunen umgesetzt werden.

Dazu gehören gezielte Praktika in Betrieben oder bei Bildungsträgern, mit denen die Jugendlichen ihre speziellen Fähigkeiten überprüfen sollen. Eine Übergangsempfehlung vor Schulende soll ihnen konkrete Hinweise geben, ob sie etwa eine kaufmännische, gewerblich-technische oder akademische Laufbahn einschlagen könnten.

„Wir wollen alle Jugendlichen noch in der Schule fit für die Berufsausbildung machen, um ihnen Warteschleifen zu ersparen”, erläuterte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD). Derzeit seien etwa 80.000 junge Menschen in Maßnahmen, vor allem der Berufskollegs, die nicht direkt zu einem Berufsabschluss oder einer Studienberechtigung führten. Die Hälfte von ihnen sei nach Einschätzung von Experten ausbildungsreif.

Berufskollegs sollen künftig betriebspraktische Qualifizierungs- und Ausbildungsbausteine anbieten, die teilweise auf eine spätere Ausbildung angerechnet werden könnten, erklärte der Arbeitsminister. „Dadurch kann die Ausbildungszeit verkürzt werden und Betriebe können ohne zusätzliche Kosten mehr Jugendliche ausbilden.” Für Schüler, die den Absprung nicht schaffen, will das Land im kommenden Jahr mit maximal zehn Millionen Euro aus dem europäischen Sozialfonds bis zu 700 außerbetriebliche Ausbildungsplätze finanzieren.
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