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NRW-Innovationspreis für Jülicher Biotechnologen

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
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Sind davon überzeugt, ihre Sensortechnik schon bald auf dem Markt etablieren zu können: Georg Schaumann (links) und Stephan Binder. Foto: Forschungszentrum Jülich

Aachen/Düsseldorf. Die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen ist für Stephan Binder (32) und Georg Schaumann (34) täglich Realität. Die beiden Biotechnologen vom Institut für Bio- und Geowissenschaften des Forschungszentrums Jülich haben ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, unter Milliarden von Mikroorganismen die wenigen hochproduktiven Zellen zu finden, die sich für die Produktion von Nährstoffen und medizinischen Werkstoffen eignen.

„SenseUp“ heißt ihre Sensortechnologie, für die die beiden Jungunternehmer am 29. Februar mit dem NRW-Innovationspreis in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet werden.

„Die Preisträger gehen mit viel Engagement auf innovativen Wegen voran. Ihre herausragenden Leistungen verdienen unsere höchste Anerkennung“, sagte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Donnerstag bei der Bekanntgabe der Preisträger in Düsseldorf. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung verleiht den Preis in insgesamt drei Kategorien. Es ist die zweithöchste Auszeichnung dieser Art in Deutschland nach dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten.

Dementsprechend groß fiel die Freude aus, als die beiden Jülicher Forscher Ende vergangenen Jahres den Anruf des Wirtschaftsministeriums erhielten. „Wir haben zuletzt schon einige Preise erhalten, aber das ist jetzt sicher der Höhepunkt“, sagt Georg Schaumann.

Als Studenten hatten sich Binder und Schaumann vor Jahren an der RWTH Aachen kennengelernt. Im Rahmen ihrer Doktorarbeit entwickelten sie gemeinsam das Sensorsystem, mit dem sie den effizientesten Einzellern auf die Spur kommen. „Klassische Methoden brauchen Wochen bis Monate“, sagt Stephan Binder. „Wir schaffen das innerhalb weniger Tage.“ Ihre Methode: Durch den Einsatz von Sensoren in den Zellen werden die benötigten hochproduktiven Mikroorganismen zum Leuchten gebracht. Unter Milliarden anderer Zellen können die produktivsten so leicht identifiziert werden.

Ihr Modell könnte schon bald in der industriellen Biotechnologie von großer Bedeutung sein. Denn: Mikroorganismen produzieren Millionen von Tonnen Aminosäuren für die Nahrungs- und Lebensmittelindustrie. Der Bedarf an solchen Organismen stiegt im Zuge zunehmend biobasierter Produktionsverfahren. „Wir sind davon überzeugt, nicht nur im Labor, sondern auch auf dem Markt Erfolg haben zu können“, sagt Stephan Binder. Bis 2017 wollen sie ihr Ausgründungsprojekt marktreif entwickeln.

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