Noten-Affäre: Rektor stellt sich hinter Dekanin

Von: gego/ela
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Ernst Schmachtenberg: Der RWTH-Rektor stellt sich hinter die Dekanin der Philosophischen Fakultät. Archivbild: Michael Japers

Aachen. Angesichts der jüngsten Vorwürfe gegen die Dekanin der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen, Christine Roll, hat sich am Freitag Rektor Ernst Schmachtenberg in einer Pressemitteilung hinter Roll gestellt.

Die Hochschule verwahre sich dagegen, „dass aufgrund nachvollziehbaren Ärgers über den bedauerlichen Verlust von Klausuren (...) einzelne Personen, insbesondere die Dekanin, in ihrer Amtsführung und Persönlichkeit angegriffen werden“, schrieb Schmachtenberg.

Nachdem intern bekanntgeworden war, dass dem damaligen RWTH-Lehrbeauftragten Armin Laschet die Klausuren eines ganzen Seminars im Masterstudiengang Europastudien (MES) verloren gegangen waren, hatte der Prüfungsausschuss zwei Mal entschieden, die von Laschet rekonstruierten Noten trotz einiger Merkwürdigkeiten anzuerkennen. Erst als aus der Angelegenheit später eine öffentliche Noten-Affäre wurde, entschied der Prüfungsausschuss auf Empfehlung des Rektorats, die Noten zu annullieren und die Klausur neu schreiben zu lassen.

Diese Entscheidung sorgte bei Studenten, Studentenvertretern und Absolventen des MES-Studiengangs für Unmut und Ärger. Einige der betroffenen Studenten konsultierten einen Rechtsanwalt, andere bereiten eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Dekanin Roll vor.

Schmachtenberg erklärte am Freitag, der Vorgang sei „durch kompetente Mitarbeiterinnen des Verwaltungsdezernats (...) sehr sorgfältig untersucht“ worden. Die Entscheidung, „die Noten zu annullieren, ist keinem der Beteiligten leichtgefallen“. Aus juristischer Perspektive habe es aber keine Alternative gegeben. Weiter schrieb Schmachtenberg, die Philosophische Fakultät durchlaufe „einen in ihrer Geschichte einmaligen Strategieprozess. Dieser wird durch Professorin Roll, das gesamte Dekanat und durch viele engagierte Personen in der Fakultät sehr professionell gestaltet“.

Nach Recherchen unserer Zeitung wird die neu angesetzte Prüfung von MES-Studiengangsleiter Armin Heinen geleitet und bewertet. Doch gerade gegen Heinen hatten Studenten und Absolventen besonders schwere Vorwürfe erhoben, die Schmachtenberg in seiner Mitteilung

allerdings unkommentiert ließ.

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