Städteregion Aachen - Notdienstreform: KVNO und Ärztekammer informieren Politiker

Notdienstreform: KVNO und Ärztekammer informieren Politiker

Von: Tobias Röber
Letzte Aktualisierung:

Städteregion Aachen. Die geplante Neustrukturierung des ärztlichen Notdienstes sorgt weiterhin für jede Menge Gesprächsstoff. In dieser Woche waren 150 Landräte, Bürgermeister und weitere Repräsentanten der Kommunalpolitik in Düsseldorf, um sich über den neuesten Stand zu informieren.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) und die Ärztekammer Nordrhein hatten gemeinsam zu dieser Veranstaltung eingeladen.

„Das Reformpaket ist mit einem Umbau, aber nicht mit einem Abbau der Versorgung verbunden“, betonte Dr. Peter Potthoff, Vorsitzender der KVNO, einmal mehr. Das sehen viele Bürger anders. Nach der Entscheidung der KV gab es reichlich Proteste.

Am 11. Februar hatte die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Beschlüsse gefasst, im März hatte die Kammerversammlung der Ärztekammer die Reformpläne abgelehnt.

Potthoff betonte, dass es derzeit keinen neuen Stand gebe, die gefassten Beschlüsse somit nach wie vor gültig seien. Zentrale Bestandteile der geltenden Beschlüsse seien eine neue räumliche Verteilung und auch Anzahl der Notdienstpraxen, die konsequente Trennung von Sitz- und Fahrdienst, der Ausbau fachärztlicher Notdienste sowie die Einrichtung eines zentral disponierten, organisierten Fahrdienstes für Hausbesuche.

72 Standorte vorgesehen

Die Reform des Fahrdienstes und der fachärztlichen Notdienste sind demnach unstrittig. Die Frage der künftigen Standorte der Praxen sehr wohl. Gegenüber heute rund 80 Standorten mit allgemein- und fachärztlichen Notdiensten seien in den Beschlüssen 72 Standorte vorgesehen – 41 allgemeinärztliche (bisher 61) sowie 31 fach- und kinderärztliche, so Dr. Potthoff.

„Auch wenn das Votum der Ärztekammer die Beschlüsse unserer vertragsärztlichen Selbstverwaltung nicht außer Kraft setzt, so stellen die Entschließungen der Kammer zumindest in Teilen die Umsetzung der Reform in Frage. Bei unseren Gesprächen geht es daher vor allem darum, Schnittmengen zwischen ambulanten und stationären Notdienststrukturen zu identifizieren und die möglichen Vorteile einer Kooperation zur Versorgung der erwachsenen Bevölkerung im Sitzdienst auszuloten“, sagte Dr. Peter Potthoff.

Die Ärztekammer, bei der Versammlung vertreten von ihrem Präsidenten Rudolf Henke, blickt optimistisch in Richtung einer Einigung. „Es ist unbestritten, dass das Notfallsystem insgesamt optimiert werden kann − insbesondere wenn dabei die Wechselwirkungen zwischen vertragsärztlichem Notfalldienst, den Notfallambulanzen der Krankenhäuser und dem Rettungsdienst angemessen berücksichtigt werden“, sagte er.

Ende Juni tagt die Ve rtreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung erneut. Dann will sich Dr. Peter Potthoff das Votum holen, weitere Gespräche mit der Ärztekammer führen zu dürfen. Auch die kommunalen Verbände sollen in den Prozess eingebunden werden. Mit einer Umsetzung der Reformpläne ist nicht vor 2017 zu rechnen.

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