Norovirus hält Kitas, Kliniken und Heime auf Trab

Von: Stephan Mohne
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Betroffen vom Norovirus ist seit dieser Woche auch das Aachener Uniklinikum. Foto: Uwe Anspach/dpa

Aachen. Gerade noch fühlte man sich kerngesund, doch schon im nächsten Augenblick hundsmiserabel. Urplötzlich setzen schwallartiges Erbrechen und starker Durchfall ein. Wenn das passiert, hat man sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Noroviren eingefangen, die für eine heftige Magen-Darm-Grippe sorgen. Und genau dieses Szenario durchleiden derzeit etliche Menschen in unserer Region.

Seit November beobachtet das Gesundheitsamt der Städteregion Aachen immer wieder verstärkte Ausbrüche des durch Noroviren verursachten Brechdurchfalls, wie es dort am Mittwoch auf Nachfrage unserer Zeitung hieß. Eine weitere Ausbreitung ist dabei nicht unwahrscheinlich, denn es handelt sich um eine höchst ansteckende Erkrankung.

Die Welle habe bereits vor Weihnachten insbesondere Kindertagesstätten, Alteneinrichtungen und Krankenhäuser getroffen. Dabei kann es vor allem bei Kleinkindern und älteren Menschen gefährlich werden, weil ihre Körper durch den enormen Flüssigkeitsverlust stark geschwächt werden können. Wichtig sind dann die Zufuhr von Flüssigkeit und gegebenenfalls von Elektrolyten.

Betroffen ist seit dieser Woche auch das Aachener Uniklinikum. Laut Gesundheitsamt sind dort aktuell acht Patienten und sechs Mitarbeiter im Bereich der Herz-/Thoraxchirurgie erkrankt. Das Klinikum betonte auf Nachfrage, umgehend umfassende Hygienemaßnahmen in die Wege geleitet zu haben. Betroffene Patienten würden isoliert, spezielle Schutzkleidung werde verwendet und ein besonders schnell wirksames Desinfektionsmittel eingesetzt. „Nach derzeitigem Stand greifen die Maßnahmen unserer internen Hygieneabteilung“, hieß es. Operationen seien nicht abgesagt worden.

Die Symptome setzen sechs bis 50 Stunden nach der Infektion ein, für die schon wenige Viren ausreichen. Nach einem bis vier Tagen ist es meist vorbei, ansteckend bleibt man aber auch anschließend noch, weswegen man mindestens zwei weitere Tage nicht arbeiten gehen soll. Hygiene ist zur Vermeidung weiterer Ansteckungen oberstes Gebot, wobei unbedingt ein gegen derartige Erreger wirksames Mittel verwendet werden muss.

Beim Gesundheitsamt hieß es am Mittwoch, man mache sich wegen der Fallzahlen keine größeren Sorgen – anders, als wenn es sich um multiresistente Keime handeln würde. Häufungen von Noro-Erkrankungen treten insbesondere in den Wintermonaten immer wieder auf und ebben dann auch wieder ab. Die letzte besonders starke Welle gab es 2007/08.

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