Nöte und Erfolge: Grenzkontrollen in der Region

Von: Marlon Gego
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A44-Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch: Ohne Unterstützung könnte die Aachener Bundespolizei die Kontrollen nicht leisten. Foto: Ralf Roeger
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A44-Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch: Ohne Unterstützung könnte die Aachener Bundespolizei die Kontrollen nicht leisten. Foto: Ralf Roeger
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A44-Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch: Ohne Unterstützung könnte die Aachener Bundespolizei die Kontrollen nicht leisten. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Hubschrauber der Bundespolizei kreiste auch am Mittwoch wieder über der Region, wann immer die belgischen Sicherheitsbehörden ein verdächtiges Auto auf dem Weg an die deutsch-belgische Grenze nach Deutschland meldeten, hob der Hubschrauber ab.

Voraufklärung nennt das die Bundespolizei, und in der Tat, das Kreisen über der Region, das manche Bürger schon am Dienstag irritiert hatte, war offenbar nicht vergebens. Einzelheiten teilte die Bundespolizei dazu nicht mit, „aus Sicherheitsgründen“.

Die Grenzkontrollen in der Region wurden auch am Mittwoch unvermindert fortgesetzt, besonders sichtbar war das am deutsch-belgischen Grenzübergang Lichtenbusch auf der Autobahn 44, an dem sich erneut bis zu fünf Kilometer lange Staus nach Belgien hinein bildeten.

„Aber die Autofahrer sind bislang sehr geduldig und haben Verständnis für die Kontrollen“, wie ein Sprecher der Aachener Bundespolizei am Mittwoch erklärte. Die Kontrollen würden, auch in dieser Intensität, „mindestens noch während der nächsten Tage“ in Kraft bleiben.

Angst in der Region

Am Dienstag, kurz nach den Anschlägen in Brüssel, besetzte die Bundespolizei neben dem auf der Autobahn auch andere Grenzübergänge, zum Beispiel den in Aachen-Lichtenbusch, den auf der Eupener Straße in Aachen oder den deutsch-niederländischen Grenzübergang in Heinsberg-Karken. Offiziell sollten diese Kontrollen auch am Mittwoch fortgesetzt werden.

Doch im Laufe des gestrigen Tages meldeten sich mehr als ein Dutzend Leser in unserer Redaktion und teilten mit, dass sie die Bundespolizei an den Grenzübergängen außerhalb der Autobahn nicht sehen würden. Einige Leser waren darüber so erbost, dass sie ihrer Wut am Telefon freien Lauf ließen. Eine 20-jährige Leserin aus Aachen sagte unserer Zeitung, sie sei „entsetzt“ über die unbesetzten Grenzübergänge und habe Angst. Sie war offenbar nicht die einzige.

Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte die Bundespolizei dann, dass die Bürger sich keine Sorge zu machen bräuchten. Obwohl der Hauptauftrag der Aachener Bundespolizisten im Moment sei, den Grenzübergang auf der A 44 und den Aachener Hauptbahnhof als Schnellverbindungen von Brüssel in die Region zu kontrollieren, würden die anderen Grenzübergänge nicht vernachlässigt.

An den kleineren Grenzübergängen seien Zivilkräfte der Bundespolizei eingesetzt, die im Bedarfsfall auch eingreifen könnten. Zudem würden immer wieder Streifenwagen zu den kleineren Grenzübergängen geschickt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwochnachmittag.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Inspektion Aachen im Moment so wenig Personal zur Verfügung hat wie selten zuvor in ihrer Geschichte. Von 290 Planstellen sind nur 180 besetzt, doch von diesen 180 Bundespolizisten sind oder werden in nächster Zeit mindestens 40 an andere Einsatzorte abgeordnet.

Zieht man Abwesenheiten wegen Urlaub, Krankheit oder Fortbildung ab, bleiben nicht sehr viele zur Verfügung stehende Beamte übrig (siehe Ausgabe vom 12. März 2016). Ein Aachener Bundespolizist, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass „die Stimmung in der Inspektion auf dem absoluten Nullpunkt angekommen ist“.

Mit dem Aachener Personal allein seien die aufwendigen Kontrollen überhaupt nicht zu leisten, weswegen im Moment Bundespolizisten aus anderen Inspektionen Nordrhein-Westfalens die Aachener Kollegen unterstützen. Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass an kleineren Grenzübergängen kaum Kontrollen stattfanden. Offiziell bestätigt das die Inspektion Aachen natürlich nicht.

Ziemlich erfolgreich

Wie bereits bei den Grenzkontrollen nach den Pariser Anschlägen vom 13. November waren die Kontrollen der Bundespolizei ziemlich erfolgreich. Auch wenn niemand identifiziert wurde, der mit den Anschlägen in Brüssel in Zusammenhang stand, griffen die Beamten bis Mittwochabend 24 Menschen auf, die zur Fahndung ausgeschrieben waren oder mit Haftbefehl gesucht wurden. Außerdem erstattete sie Anzeige gegen elf Menschen, die in Reisebussen illegal nach Deutschland einzureisen versuchten.

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