Düren - Noch keine Spur vom flüchtigen Forensik-Patienten

Noch keine Spur vom flüchtigen Forensik-Patienten

Von: fel
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Düren. Der aus der Forensik der LVR-Kliniken Düren entflohene psychisch kranke Straftäter ist nach wie vor flüchtig.

Die Sprecherin des Landschaftsverbands Rheinland (LVR), Katharina Landorff, betonte am Morgen, dass von dem Mann keinerlei Gefährdung ausgehe.

Eine erste Einschätzung der Polizei, das Gewalttätigkeiten seitens des Mannes nicht auszuschließen seien, hatten Polizei und LVR zuvor zurückgezogen.

Bei dem Flüchtigen handelt es sich um einen 37 Jahre alten Mann, der seit über einem Jahrzehnt in den Dürener Kliniken als Patient in Behandlung ist.

Landorff sagte weiter, der Mann sei „seit sehr langer Zeit” wegen einer schizophrenen Psychose in ständiger Behandlung. Er werde seit Ende November 2010 in der forensischen Abteilung behandelt. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass ernicht Patient des besonders gesicherten forensischen Dorfes für schwer kranke Patienten ist, sondern in einer anderen Klinik betreut wird. Grund für die Einweisung in die Forensik war eine Brandstiftung in seiner eigenen Wohnung. Der Mann habe aufgrund seiner Erkrankung Stimmen gehört, die ihm die Reinigung von etwas Bösem durch das Verbrennen seiner Gardine, also die reinigende Kraft des Feuers befohlen habe.

Haftbedingungen waren schon wesentlich gelockert worden

Der Mann hatte am Montagnachmittag an einer Sportveranstaltung in der Klinik teilgenommen und war nach einem Gang zur Toilette entkommen. Landorff sagte, bei dieser begleiteten Sporttherapie handele es sich um die größtmögliche Lockerung der Haftbedingungen, die einem Forensik-Patienten nach Rücksprache mit dem Gericht ermöglicht werden kann. „Das bedeutet vor allem auch, dass er vorher alle anderen Haftlockerungsstufen erfolgreich durchlaufen hat” sagte Landorff weiter.

Der Flüchtige ist 37 Jahre alt, 1,76 Meter groß, hat eine kräftige Gestalt, Haarkranz mit Glatze und trägt einen Schnauzbart. Der Mann trug zuletzt einen schwarzen Jogginganzug, ein weißes T-Shirt und Turnschuhe. Hinweise auf den Aufenthaltsort des Mannes nimmt die Polizei Düren unter Telefon 02421/949-2426 entgegen.

In der Dürener Forensik leben etwa 120 psychisch kranke Straftäter. Im Volksmund wird die Anlage oft „Jeckes” oder „Jeckenberg” genannt und beargwöhnt. Denn trotz hoher Sicherheitsstandards in und um die Anlage kommt es immer wieder zu Ausbrüchen, zuletzt im November 2008, als zwei Männer aus dem Hochsicherheitstrakt entkamen.
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