Nigerianerin in Aachen der Schleuserei angeklagt

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Mit schwarzer Magie und exotischen Voodoo-Zeremonien soll die Nigerianerin Pamela E. (29), eine mutmaßliche Schleuserin, junge Frauen in Nigeria gefügig und willenlos gemacht haben lassen.

Seit Donnerstag muss sie sich wegen bandenmäßigen Schleuserei und Zuhälterei vor dem Aachener Landgericht verantworten. Laut Anklageschrift mussten die mit den vermeintlichen Zaubern belegten Frauen in verschiedenen deutschen Bordellen als Prostituierte arbeiten.

In drei Fällen soll die angeklagte Afrikanerin zusammen mit weiteren Tatbeteiligten, darunter auch ihr Ehemann, die jungen Frauen in ihrem Heimatland angeworben haben. Pamela E. schaffte laut Anklage vor ihrer Verhaftung im Juli 2009 selbst in Berlin als Prostituierte an und hatte die Verbindungen zu Etablissements in Berlin, Braunschweig, Dortmund und Mannheim.

In Nigeria sei den Familien der Opfer von der Bande versprochen worden, dass die wenig gebildeten Mädchen ihre Verwandten mit Geld unterstützen dürften, wenn sie im reichen Deutschland zunächst ihren Schleuserlohn von immerhin 55.000 Euro abgearbeitet hätten. Damit die Mädchen in der Ferne gehorchen, wurde eine mit vermeintlich übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattete „Mama” engagiert, die einen Voodoo-Zauber sprach, schilderte Staatsanwältin Jutta Breuer die Vorgänge.

Der Zauber führe bei einem Verrat zum sofortigen Tod, sollen die Tatverdächtigen den Mädchen eingeredet haben. 2006 habe eine „Mama Ossawe” die 18-jährige Naomi besprochen, bevor diese nach Aachen kam. Es folgten Lisa (25), Angela (Alter unbekannt) und zuletzt im Sommer 2009 eine weitere junge Frau, hier blieb es laut Anklage beim Versuch. Den Mädchen sollen zudem im Angesicht eines Voodoo-Schreins Schnitte neben der Brust beigebracht worden sein. Der Prozess geht am 26. März weiter.
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