Maastricht/Aachen - Niederländische Kernkraftgegner kritisieren eigene Behörde

Niederländische Kernkraftgegner kritisieren eigene Behörde

Von: hau
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Tihange
Die von der Städteregion Aachen in Auftrag gegebene Expertise war zu dem Schluss gekommen, dass ein Nuklearunfall im nur 65 Kilometer von Aachen entfernten Tihange ähnliche Folgen wie der Super-GAU in Tschernobyl haben könnte. Foto: Oliver Berg/dpa

Maastricht/Aachen. Kernkraftgegner kritisieren die niederländische Atomaufsicht. Die „Nederlandse Autorität Nucleaire Veiligheid Stralingsbescherming“ (ANVS) hatte eine Studie des Wiener Instituts für Sicherheits- und Risikowissenschaften als völlig unrealistisch bezeichnet.

Die von der Städteregion Aachen in Auftrag gegebene Expertise war zu dem Schluss gekommen, dass ein Nuklearunfall im nur 65 Kilometer von Aachen entfernten Tihange ähnliche Folgen wie der Super-GAU in Tschernobyl haben könnte.

Die niederländische Atomaufsicht meint dagegen, dass in dem umstrittenen belgischen Atomkraftwerk so viele verschiedene Sicherheitsebenen eingebaut seien, dass die Wahrscheinlichkeit eines ernsten Atomunfalls minimal sei, wesentlich geringer als im noch älteren niederländischen AKW Borssele. Ebenso verhalte es sich mit der von den Wienern vorhergesagten Wahrscheinlichkeit, dass eine hochradioaktive Wolke nach Limburg oder Aachen treibe.

Das ruft Kernkraftgegner wie Gert-Jan Krabbendam von der Partei Grün-Links in Maastricht auf den Plan. Er verweist laut der Zeitung „De Limburger“ darauf, dass ein Restrisiko bestehe. Die ANSV habe sich nicht ernsthaft mit der Wiener Studie beschäftigt und skizziere ein Wunschszenario.

Rob Hoenen von der Aktion „Stop Tihange“ geht noch einen Schritt weiter und spricht davon, dass die Gefahren der AKW durch Materialfehler wie Risse, Sabotage oder Terrorismus von Seiten der niederländischen Behörden seit Jahren bagatellisiert würden. So sollten die Bestrebungen, Tihange zu schließen, konterkariert werden.

Dass nun erste Politiker darüber nachdenken, den bislang für 2025 geplanten Atomausstieg in Belgien zu verschieben und die AKW in Tihange und Doel länger laufen zu lassen, wollen Gegner nicht hinnehmen. Für den 11. März, 15 Uhr, rufen so die sozialdemokratische PvdA, Groen-Links und die Sozialistische Partei zu einer Kundgebung in Heerlen auf.

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