Neues Lkw-Warnsystem für Autobahn-Baustellen

Von: Frank Christiansen
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Düsseldorf. Es sieht aus wie eines dieser gewöhnlichen Warn-Hütchen, die Baustellen vor dem Verkehr abschirmen. Im Amtsdeutsch heißen sie „Verkehrsleitkegel”. Doch dieses Hütchen kann sprechen, sogar sieben Sprachen, und es kostet 4000 Euro.

Als erstes Bundesland setzt Nordrhein-Westfalen flächendeckend auf ein neues System, das vor Tagesbaustellen auf den Autobahnen warnt. Fernfahrer werden über den bei ihnen so beliebten CB-Funk auf Kanal 9 schon 350 Meter vor der Baustelle von einer energischen Frauenstimme angesprochen: „Achtung Gefahrenstelle!”, sagt sie in deutsch, englisch, polnisch, russisch, litauisch, türkisch und tschechisch.

Damit soll die Zahl der vielen schweren Lastwagen-Unfälle an den Baustellen gesenkt werden. 233 der Funkwarnsender sind für die Straßenmeistereien in Nordrhein-Westfalen gekauft worden. Die Kosten von 640 000 Euro trägt der Bund.

Bislang kracht es an den Tages-Baustellen in NRW statistisch gesehen jede Woche - 75 Mal im Jahr. In einem Drittel der Fälle kommen dabei Menschen zu Schaden und im Durchschnitt kommt jedes Jahr auch ein Straßenwärter ums Leben. Sie haben ein 13-fach höheres Todesrisiko als ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im Beruf und damit einen der gefährlichsten Jobs überhaupt in Deutschland.

Schuld sind meistens Lastwagenfahrer. In dichten und immer längeren Kolonnen wälzt sich der Schwerlastverkehr in Nordrhein- Westfalen über das strapazierte Autobahnnetz. Dabei ist die Sicht der Fahrer durch den Lastzug vor der Nase eingeschränkt und sie können Hindernisse auf der Fahrbahn mitunter erst im letzten Moment sehen - oft ist es dann zu spät.

In Nordbayern, wo die Funk-Warnungen zuerst erprobt wurden, seien die Unfälle von drei im Jahr in diesem Bereich auf Null gesunken, berichtet Ambros Eigenschenk, der als Erfinder des Systems gilt.

Die Kosten für das System sollen entsprechend schnell wieder eingespielt sein: Kommt es zu einem Unfall an einer Baustelle, kostet ein Warnanhänger 30000 Euro, 250.000 Euro ein Lastwagen der Straßenmeisterei, wenn er wegen Totalschaden ersetzt werden muss. Von den Personenschäden und den volkswirtschaftlichen Schäden durch die Staus ganz abgesehen.
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