Neues Kölner Stadtarchiv soll in fünf Jahren fertig sein

Von: ddp-nrw
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Helfer suchen in Köln in den Trümmern des Historischen Stadtarchivs nach Dokumenten. Foto: dpa

Köln. Die Leiterin der Kölner Stadtarchivs, Bettina Schmidt-Czaia, hofft, dass 50 bis 60 Prozent der bei dem Gebäudeeinsturz Anfang März verschütteten Kulturgüter gerettet werden können. Eine genaue Prognose sei aber noch nicht möglich, sagte Schmidt-Czaia am Donnerstag in Köln.

Ihren Angaben zufolge wurden bislang sieben Regalkilometer Archivgut an der Unglücksstelle in der Kölner Südstadt geborgen, die übrigen 23 Kilometer des Bestandes seien noch verschollen.

Unter anderem konnte der Tresor des Archivs mit einigen der wertvollsten Stücke unversehrt freigelegt werden. Des Weiteren wurden unter anderem Protokolle des Stadtrats aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit (1396-1798) geborgen, sowie etliche der 550 sogenannten Schreinsbücher aus dem gleichen Zeitraum. Auch wurden Dokumente aus der Zeit entdeckt, in der Köln unter französischer und preußischer Verwaltung stand. Alle Fundstücke müssten aufwendig gesäubert und teilweise erheblich restauriert werden.

Feuerwehr-Einsatzleiter Peter Hartl berichtete von anhaltend schwierigen Bergungsmaßnahmen. Wegen der erheblichen Unfallgefahr am Trümmerkrater müssten die Einsatzkräfte und Helfer von den Spezialisten der Höhenrettungstrupps aufwendig mit Seilen gesichert werden. Untersuchungen des Landesumweltamtes hätten inzwischen ergeben, dass die Unglücksstelle entgegen ersten Befürchtungen asbestfrei sei.

Kölns Kulturdezernent Georg Quander rechnet damit, dass der notwendige Neubau des Stadtarchivs in fünf Jahren fertig sein wird. Damit würde man gut in der Zeit liegen, sagte Quander am Donnerstag. Voraussetzung sei, dass der Stadtrat kurzfristig den Weg für die erforderliche europaweite Ausschreibung frei macht. Um dem Konzept eines gut erreichbaren „Bürgerarchivs” Rechnung zu tragen, werde für den Neubau ein Standort in der Kölner Innenstadt gesucht.

Bei dem Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser waren am 3. März zwei junge Männer getötet worden. Als mögliche Unglücksursache gilt ein Wassereinbruch in einer benachbarten U-Bahn-Baustelle.
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