Neuer Prozess um Explosion in Krahestraße

Von: dpa
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Düsseldorf. Mehr als zwölf Jahre nach der verheerenden Explosion in einem Düsseldorfer Mietshaus mit sechs Toten beschäftigt der Fall erneut die Justiz.

Eine frühere Freundin des wegen sechsfachen Mordes rechtskräftig verurteilten Hauseigentümers muss sich seit Dienstag wegen des Vorwurfes des Meineids vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verantworten. Der Hausbesitzer soll die Angeklagte kurz nach der Explosion im Sommer 1997 aufgefordert haben, eine Zange aus seiner Garage verschwinden zu lassen. Die Frau hatte einen solchen Auftrag vor Gericht unter Eid bestritten.

Die heute 42-Jährige ließ auch am Dienstag über ihren Anwalt erklären, dass sie mit dem Hausbesitzer weder über eine Zange gesprochen noch einen Auftrag erhalten habe, diese zu beseitigen. Bei der blauen Rohrzange handelt es sich um das Tatwerkzeug, mit der ein Komplize die Gasleitung im Keller des Hauses aufgeschraubt hatte.

Der Hausbesitzer hatte 1997 in Düsseldorf sein Mietshaus mitsamt den schlafenden Mietern von einem Komplizen in die Luft sprengen lassen. Das Haus wurde völlig zerstört, sechs Bewohner starben, zwei wurden schwer verletzt. Nach acht Jahren Untersuchungshaft ohne Urteil war er 2005 auf Anordnung des Bundesverfassungsgerichts freigelassen worden.

In dem Mammutverfahren, das sich über Jahre hinzog, wurde er 2008 schließlich rechtskräftig zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Als er seine Strafe antreten sollte, war er untergetaucht. Eher zufällig hatten ihn Polizisten im vergangenen April in Hessen als „hilflose Person” aufgelesen und schließlich als den Gesuchten identifiziert. Der ehemalige Immobilien-Unternehmer und sein damaliger Komplize sollen am Donnerstag in dem Prozess aussagen.

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