Neuer Legionellen-Fall macht den Experten Hoffnung

Von: Volker Uerlings/red
Letzte Aktualisierung:
20140923_0000413a5249b993_proben1_DSC_1548_FotoUerlings.jpg
Die Probenentnahme in Jülich durch das Kreisgesundheitsamt und das Landesumweltamt läuft auf Hochtouren - hier am Schwanenteich im Herzen der Stadt. Foto: Uerlings
20140923_0000413a5249b993_proben2_DSC_1547_fotoUerlings.jpg
Die Probenentnahme in Jülich durch das Kreisgesundheitsamt und das Landesumweltamt läuft auf Hochtouren - hier am Schwanenteich im Herzen der Stadt. Foto: Uerlings

Jülich. Der Befund kam am Dienstag: Es hat in den vergangenen acht Tagen einen weiteren aktuellen Fall der von Legionellen ausgelösten Lungenentzündung in Jülich gegeben. Darüber informierte das Kreisgesundheitsamt Düren auf Anfrage unserer Zeitung. Der neue Fall macht den ermittelnden Experten immerhin Hoffnungen, die Quelle der Infektionen zu finden.

Als Datum der Erkrankung der Patientin wurde der 15. September angegeben. Das bedeutet, dass die Infektion zwischen dem 26. August und 13. September erfolgt sein muss. Die Frau aus Jülich wurde allerdings erst am 21. September ins Krankenhaus eingeliefert, der Laborbefund lag dann am 23. September vor.

Außerdem gibt es weitere Laborerkenntnisse: Inzwischen ist bei neun Patienten (bislang fünf) der Legionellenbefall nachgewiesen worden. In sieben Fällen wurden andere Ursachen für die Lungenentzündungen, die sich gehäuft von Mitte August an in Jülich gezeigt haben, gefunden. Auch die Fallzahlen wurden nach Mitteilung von Norbert Schnitzler, Leiter des Dürener Gesundheitsamtes, erhöht. „Es sind 52 Fälle“, sagte Schnitzler am Dienstag.

Zuvor war das Amt von 42 Patienten ausgegangen, die mit vergleichbaren Symptomen und der Diagnose Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Die Zunahme erklärt sich vor allem durch externe Patienten, die sich eine zeitlang in Jülich aufgehalten haben und dann in ihre Wohnorte zurückgekehrt sind - so wurde ein Fall aus Gelsenkirchen gemeldet. Dieser Betroffene hatte zuvor drei Wochen in Jülich verbracht.

Der aktuelle Fall ist natürlich ein Rückschlag, könnte aber bei der Quellensuche helfen. Norbert Schnitzler: „Wir haben die Chance, den Übeltäter direkt zu erwischen.“ Der Legionellen-Nachweis wurde bis jetzt über Antikörper erbracht. Durch den akuten Fall kann vielleicht eine DNA-Typisierung des Erregers erfolgen.

Probenmaterial wurde noch am Dienstag in das nationale Referenzzentrum für Legionellen in Dresden transportiert. Sollte die Typisierung mit dem Material gelingen, könnten alle Quellen in Jülich mit dieser Referenzprobe verglichen und sicher ausgeschlossen werden. Legionellen gibt es in fast allen Gewässern, so dass sich die Quellensuche ohne genaue Erregerkenntnis sehr schwierig gestalten würde.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert