Köln - Neuer Kölner Dombaumeister hat „Steinstaub in der Nase”

Neuer Kölner Dombaumeister hat „Steinstaub in der Nase”

Von: dpa
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Neuer Dombaumeister in Köln
Der neue Dombaumeister Michael Hauck steht am Montag (11.07.2011) in der Dombauhütte in Köln neben der Figur Melchisedech. Hauck wird die Dombaumeisterin Schock-Werner am 01. September 2012 ablösen. Foto: dpa

Köln. Der künftige Kölner Dombaumeister Michael Hauck (51) hält seine Arbeit für „eine Aufgabe, die nicht zu toppen ist”. Zwar leitet der gebürtige Würzburger schon seit 1988 die Staatliche Dombauhütte in Passau, doch die „niederschmetternde Monumentalität” des Kölner Doms sei schon noch etwas anderes, sagte er am Montag bei einer Pressekonferenz.

„Wenn man aus Passau kommt und dann hier zum ersten Mal in die Kathedrale kommt, dann verschieben sich die Dimensionen.”

Der Kölner Dom wird in Umfragen immer wieder zum beliebtesten Bauwerk der Deutschen gewählt. Die Instandhaltung der 1880 fertiggestellten Kathedrale ist ein ewig währendes Unterfangen.

Hauck entstammt einer alten Steinbildhauer-Familie in Würzburg. „Ich bin mit Steinstaub in der Nase aufgewachsen”, sagte er. Die ersten Fotos zeigten ihn als kleinen Jungen mit Werkzeug in der väterlichen Werkstatt. „Eher intuitiv” sei er in den Steinmetzberuf hineingewachsen. Sogar in seiner Freizeit restauriert er noch - einen stillgelegten Bahnhof von 1884 im Bayerischen Wald.

Dompropst Norbert Feldhoff (71), der Hausherr im Kölner Dom, betonte: „Wir sind der Überzeugung, dass Herr Hauck genau der richtige Mann ist.” Das Domkapitel habe sich unter 27 Bewerbern einstimmig für ihn entschieden. Ein zweiter Mann mit solcher „Gesteinskenntnis” sei schwerlich zu finden, und genau das habe der Dom jetzt nötig, da in den nächsten Jahren das Strebewerk des Ostchors im ältesten Teil der Kathedrale erneuert werden müsse. Darüber hinaus sei in der Dombauhütte mit ihren vielen Spezialisten und ausgeprägten Persönlichkeiten Teamgeist besonders gefragt, und auch den habe Hauck in Passau unter Beweis gestellt.

Die derzeitige Kölner Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner (63) geht zum 31. August nächsten Jahres in den Ruhestand. Zuvor wird sie Hauck vom 1. April an einarbeiten. „Neugierde und Diplomatie sind zwei wichtige Ratschläge, die man weitergeben kann”, sagte sie schon mal. Die Kölner Presse setzte alles daran, Hauck ein Bekenntnis zum 1. FC Köln abzuringen. Er sagte dazu, er hänge keinem Verein an, hege aber Sympathien für Köln allgemein: „Da bewundere ich auch Podolski.”

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