Neuer Ärger für Geiger André Rieu

Von: Heiner Hautermans
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Geht in Berufung: Andre Rieu Foto: dpa

Maastricht. Der niederländische Stargeiger André Rieu hat erneut Ärger mit den Behörden. Seine Produktionsgesellschaft muss wegen Kinderarbeit ein Bußgeld zahlen. Die zuständige Arbeitsinspektion rügt, dass während der sieben Konzerte 2015 auf dem Vrijthof in Maastricht jugendliche Panflötenspieler aus Rumänien aufgetreten sind.

Der Sohn des Maastrichter Orchesterleiters, Pierre Rieu, kündigte gegenüber der Zeitung „De Limburger“ an, Rechtsmittel gegen das Bußgeld einzulegen. Weil das Verfahren noch bei Gericht anhängig ist, will sich die Arbeitsin­spektion nicht über Details zu Art und Ausmaß der Sanktion äußern. Eine Entscheidung dürfte erst in einigen Monaten fallen.

Die Konzerte des Johann-Strauß-Orchesters in der Kulisse von „Schloss Schönbrunn“ dauern in der Regel bis Mitternacht. Nach niederländischem Gesetz dürfen bis zu 16-Jährige aber nur bis maximal 23 Uhr und nur in Ausnahmefällen und in begrenztem Maße auftreten. Die jungen Leute begleiteten die Panflötenvirtuosen Gheorghe Zamfier. Die sieben Auftritte finden üblicherweise kurz hintereinander statt.

Rieu ist schon einmal mit Aufsichtsämtern in Konflikt geraten, weil die jährlich stattfindenden Konzerte auf dem Vrijthof, die in Tausende Kinos weltweit übertragen werden, von einer mit Kameras und Mikrofonen ausgerüsteten Drohne aufgenommen worden war. Dafür verfügte der Violinist und sein Team nicht über die erforderlichen Genehmigungen. Der Flug von derartigen, mehrere Kilogramm schweren Hightech-Geräten ist über niederländischen Innenstädten generell verboten. Außerdem liegt Maastricht in der Einflugschneise für den Flughafen Maastricht-Aachen in Beek.

Die Drohne war im Juli 2016 nach dem zweiten von sieben Konzerten von der Polizei beschlagnahmt worden. Sie hatte – wie 30 weitere Kameras – das ganze Konzert über Aufnahmen über dem mit 12.000 Besuchern dicht besetzten Vrijthof gemacht. Das Konzert war per Satellit übertragen worden und hatte an einem Wochenende allein in Großbritannien 1,5 Millionen Euro eingespielt. Sohn Pierre Rieu hatte zugegeben, dass man die Filmaufnahmen gemacht hat, obwohl man wusste, dass man dafür eine Genehmigung benötigt hätte, die aber wohl nie erteilt worden wäre. „Gezockt, aber verloren“, erklärte er damals gegenüber Medien.

Das unbemannte Flugobjekt war von der Polizei beschlagnahmt worden. Nach fast einem Jahr hat die zuständige Staatsanwaltschaft nun eine Buße gegen den Rieu-Clan verhängt, über deren Höhe man allerdings keine Angaben machen wollte. Auch Pierre Rieu bestätigte lediglich, dass man die Buße bezahlt und die Drohne zurückerhalten habe. Durch das Begleichen der Buße erspart sich die Familie einen möglicherweise spektakulären Prozess vor Gericht. Beobachter schätzen die Höhe der Buße auf 8000 Euro, dem oberen Rand des für derartige Delikte möglichen Rahmens in den Niederlanden.

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