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Neue Spielbank in Köln nicht vor 2021

Von: Claudia Schweda
Letzte Aktualisierung:
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Derzeit im „ Ausweichstandort“: Die Spielbank in Aachen soll irgendwann ins umgebaute Kurhaus zurück. Foto: Andreas Steindl

Aachen/Düsseldorf. Vor drei Jahren hat die Landesregierung einen neuen Spielbank-Standort in Köln genehmigt. Seitdem bangt der Standort Aachen um seine Existenz. Denn das früher mondäne Kasino im Neuen Kurhaus an der Monheimsallee hatte seine besten Tage offensichtlich hinter sich.

Der Sanierungsstau war kaum noch zu übersehen. Von alten Rekorden von 1000 Besuchern am Tag konnte der Betreiber Westspiel, eine Tochter der NRW-Bank, nur noch träumen. Das lukrativere Automatenspiel war längst in die Innenstadt ausgelagert. Doch dann passierte in Köln – nichts.

Und in Aachen zog die Spielbank im vorigen Jahr in einen „Ausweichstandort“ im Bauch des Tivoli. Jetzt kommt in Köln wieder Bewegung in die Pläne für den neuen Spielbank-Standort. Am Donnerstag wird der Stand der Dinge im Haushalts- und Finanzausschuss des Landes vorgestellt.

Klar ist, dass in Köln ein Neubau geplant ist und mit der vollständigen Inbetriebnahme nicht vor dem zweiten Quartal 2021 gerechnet wird. Das geht aus der Ausschussvorlage hervor, die unserer Zeitung vorliegt. Im Blick ist nun ein Neubau in Köln-Deutz in der Nähe der Messe, der Köln-Arena, des Bahnhofs und der Autobahn. Das Grundstück gehört der Stadt. Die Einigung auf einen Kaufvertrag, den es noch nicht gibt, ist also nur eine Formalie. Die Stadt hat ein Interesse an der Spielbank. Sie wird an möglichen Einnahmen beteiligt.

Ob das aber noch die Millionensummen sind, die früher flossen, ist mehr als fraglich. Ralf Witzel, FDP-Finanzexperte im Landtag spricht bereits vom „Risiko einer Millionenruine“. In der Spielbank Aachen jedenfalls sinken die Erträge seit Jahren. 2002 lag der Bruttospielertrag, also die Differenz zwischen Einsätzen und Gewinnen, noch bei mehr als 21 Millionen Euro.

Zehn Jahre später war diese Zahl auf ein Drittel geschrumpft. Ähnlich verhält es sich mit den Besuchern. Im Jahr 2014 kamen noch 90.000 – also im Schnitt 246 am Tag. Der Jahresbericht für 2015 wird in sechs bis acht Wochen zeigen, ob der Umzug ins neue Ambiente am stetigen Abwärtstrend der vergangenen Jahre etwas geändert hat.

Bis die neue Konkurrenz im nur 70 Kilometer entfernten Köln voll in Betrieb ist, werden mindestens noch fünf Jahre vergehen. In dieser Zeit kann viel passieren. Geplant ist, dass die Spielbank nach einer umfassenden Sanierung wieder ins Kurhaus zurückzieht. „Die Stadt hat uns 2019 in Aussicht gestellt“, sagt Lippert. Doch noch hat der Umbau nicht begonnen.

Einen grundsätzlichen Zweifel am Standort Aachen will weder Westspiel noch die nordrhein-westfälische Landesregierung aufkommen lassen. „Es gibt ein klares Bekenntnis zu Aachen“, sagt der Westspiel-Sprecher Lippert. Der FDP-Finanzexperte Witzel will darauf nicht vertrauen: „Da der Glücksspielmarkt begrenzt ist, dürfte insbesondere der Aachener Spielbetrieb unter neuer Konkurrenz leiden und schon bald zur Disposition stehen.“

Er fordert vom NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) belastbare Prognosen zur Unternehmensentwicklung von Westspiel. Bis dahin steht seine Prognose fest: „Die Kasinos bleiben bis auf weiteres vor allem eins: eine Belastung für die Steuerzahler.“

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