Neue Ravel-Radroute „toppt den Eifelsteig”

Von: Udo Kals
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Noch eine Vision: Unsere Montage zeigt den Entwurf einer Brücke, den die Verwaltung gestern der Politik vorgelegt hat. Doch ob Radler, Skater oder Wanderer jemals an dieser Stelle die Himmelsleiter queren werden, ist noch nicht klar. Die Kosten werden mit rund 500.000 Euro angegeben.

Roetgen/Aachen. Zwar sind noch immer nicht alle Hindernisse ausgeräumt, doch die Verantwortlichen schalten beim Bau der Ravel-Radroute einen Gang höher.

Nachdem die alte Vennbahntrasse, auf der später die Räder rollen sollen, zwischen dem belgischen Raeren und Monschau-Kalterherberg schon freigeschlagen worden ist, wurde Ende September mit vorbereitenden Arbeiten zum Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Raeren und Simmerath-Lammersdorf begonnen.

Am Donnerstag folgte mit dem ersten Spatenstich der offizielle Baustart. Im Mai 2011 soll mit dem zweiten Bauabschnitt zwischen Lammersdorf und Kalterherberg begonnen werden. Und Uwe Zink, Baudezernent der Städteregion, betont: „Wir bekommen das Projekt finanziell und zeitlich hin.”

Das heißt für ihn: Auf der alten Vennbahn-Trasse können ab Sommer 2012 die Räder rollen. Dabei wird derzeit für rund 11,3 Millionen Euro ein 70 Kilometer langes Teilstück des geplanten Radwanderweges zwischen Aachen und Troisvierges in Luxemburg gebaut, an dessen Realisierung zwölf Partner aus der Wallonie, der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Luxemburg beteiligt sind und das von der EU kofinanziert wird.

Ein kompliziertes Vorhaben, an dessen Ende ein grenzüberschreitendes Vorzeigeprojekt stehen soll, das nicht nur für Zink ein großes touristisches und wirtschaftliches Potenzial birgt: „Bereits heute ist auf der Vennbahn-Trasse in Aachen der Bär los. Und das wird es auch in der Eifel geben, wenn die Route fertig ist. Ich bin davon überzeugt, dass die Vennbahn-Route den Eifelsteig noch mal toppen wird.” Entsprechend soll die asphaltierte und drei Meter breite Premium-Route samt zahlreichen überdachten Rastplätzen auch vermarktet werden. Im Endausbau sollen die Radler entlang der stillgelegten Bahnstrecken - und das ist für Zink ein weiterer Clou - mit einer maximalen Steigung von zwei Prozent auf einer Länge von 130 Kilometern durch drei Länder fahren können.

Während der Streckenverlauf in weiten Teilen vorgegeben ist, wird die Vennbahntrasse teilweise auch verlassen. Wegen brütender Braunkehlchen wurde bei Sourbrodt in Belgien bereits ein Schlenker um das Brutgebiet eingeplant. Zwischen Paustenbach und Konzen droht wegen einer Birkhuhn-Population Ähnliches.

Überdies ist eine Frage weiterhin ungeklärt: Wie kann die viel befahrene B258 bei Roetgen überquert werden? Für Zink ist klar: „Eine Brücke ist die Chance, den Radweg wirklich kreuzungsfrei über die Himmelsleiter zu führen. Doch sofort kommt die Brücke nicht.” So sollen die Rad-Touristen von Raeren aus kommend den vorhandenen Radweg in Richtung Roetgen nutzen, um bei Münsterbildchen und nach einer knackigen Steigung die B258 zu queren.

Die vorhandene Mittelinsel soll vergrößert werden, um einem höherem Radfahrer-Aufkommen gerecht zu werden, erläutert Zink, der diese Variante aber weiterhin als Übergangslösung ansieht. „Die Brücke bleibt Pflicht”, sagt er. In drei bis fünf Jahren würden Radfahrer, Skater und Wanderer im hohen Bogen die Himmelsleiter überqueren. Da ist er sich sicher.

Derzeit prüft der Landesbetrieb Straßen NRW den Entwurf der Städteregion und eine finanzielle Beteiligung. Rund 500000 Euro veranschlagt Zink für den Brückenschlag, 150000 Euro müsste die Städteregion davon tragen. Für den Baudezernenten eine sinnvolle Investition: „Die Himmelsleiter ist das Tor zur Eifel. Da muss Qualität hin mit einer entsprechenden Architektur.”
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