Neue Präsidentin des Aachener Sozialgerichts tritt ihr Amt an

Von: Wolfgang Schumacher
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Claudia Poncelet (l.) ist seit gestern offiziell die neue Präsidentin des Aachener Sozialgerichts. Rechts Vorgängerin Cornelia Kriebel und in der Mitte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Es heißt, die Juristerei sei eine durch und durch trockene Angelegenheit, Paragrafen-Reiter seien dort am Werk, ohne Humor und Biss. Das ist zumindest in Aachen ganz anders. Es könnte auch an den weiblichen Chefs des Sozialgerichts liegen, die Mittwoch im Aachener Justizzentrum den Staffelstab des Präsidentenamtes untereinander weitergaben und es schafften, einer hochoffiziellen Übergabezeremonie im Atrium eine sehr persönliche Note zu geben.

Seit 20 Jahren war Cornelia Kriebel die energische Chefin der Aachener Sozialgerichtsbarkeit. Jetzt gab sie unter den Augen von NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) ihr Amt an die 52-jährige Juristin Claudia Poncelet – geboren in Köln, wohnhaft in Düsseldorf – weiter.

Sogar der Schlüssel wechselte den Besitzer. Kutschaty, der als Dienstherr vor einer großen Zahl hochrangiger Gäste aus der Justiz, den Sozialverbänden und dem öffentlichen Leben umgeben war, überreichte die Ernennungsurkunde. Er beschrieb zudem die beruflichen Lebensläufe der beiden Juristinnen. Der Minister bedauerte den Schritt der langjährigen Präsidentin, bereits zweieinhalb Jahre vor ihrem „echten“ Pensionsalter in den Ruhestand gehen zu wollen und hielt für die dann „neugewonnene Freizeit die besten Wünsche“ bereit. Kutschaty machte gab zu, dass ihm die Wiederbesetzung der Präsidentenstelle erneut mit einer Frau sehr entgegenkomme. „Frauen in Spitzenpositionen“, sagte der Minister, das habe sich durchaus verbessert in NRW, sie seien aber leider „nach wie vor unterrepräsentiert“. Für den Präsidenten des Landessozialgerichts, Joachim Nieding, geht mit Kollegin Kriebel in Aachen sogar „eine Ära“ zu Ende, zumal sie in der NRW-Justiz die erste Frau in einer solchen Position gewesen sei.

An die Anfänge erinnerte sich Cornelia Kriebel in einer emotionalen Abschiedsrede. Es habe sie mit 27 Jahren eher „durch Zufall“ aus dem fernen östlichen NRW ganz in den Westen nach Aachen verschlagen. Sie erzählte: „Mein Personaldezernent hatte erfahren, dass meine Eltern seit kurzem dort wohnten.“ Und er habe beschlossen, dass es gut für die junge Frau sei, in deren Nähe zu wohnen.

Als ausgebildete Richterin kamen dann Jahre im Landessozialgericht hinzu. Die Mutter dreier Kinder wurde 1995 auf den Chefposten am Sozialgericht Aachen berufen. Mit ihrer frühzeitigen Pensionierung wolle sie eben noch einiges nachholen.

Die neue Präsidentin Claudia Poncelet hielt eine lockere Rede, in der sie bewusst kein trockenes Thema wie „Sozialstaat im Allgemeinen“ aufgriff. Sie freue sich sehr auf ihr Amt und danke ihrer Vorgängerin für die guten Wünsche. Ein herzliches Willkommen sprach ebenso Landgerichtspräsident Stefan Weisman aus, der inzwischen beinahe der dienstälteste Chef in der Aachener „Justiz-Wohngemeinschaft“ ist.

Er betonte, dass sich das Zusammenleben im Justizzentrum sehr positiv gestalte und die einzelnen Gerichte sich bestens aneinander gewöhnt hätten. Aachens Bürgermeisterin Margrethe Schmeer begrüßte die neue Präsidentin und wünschte ihr Glück in der „jungen Stadt“ Aachen. Mit einem Studenten-Anteil von 20 Prozent sei Aachen sehr lebendig. Aber auch keine reiche Stadt, deren soziale Probleme sich zweifellos in den Zahlen der Sozialgerichtsbarkeit niederschlagen würden.

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