Neue Möbel: Minimalistisch und retro

Von: Madeleine Gullert
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Ganz schön schräg: Der Tisch mit abgeknickten Beinen zeigt mehrere Trends – Der Esstisch gewinnt an Bedeutung, wird größer und ist vorzugsweise aus Holz. Foto: M. Gullert

Köln. 100.000 Möbel und Einrichtungsgegenstände sind auf der Internationalen Möbelmesse IMM in Köln zu sehen. Sie verraten nicht nur etwas über den Geschmack, sondern auch viel über die Lebensart.

So werden laut Trendexperten Kinderzimmer und damit auch die Kindermöbel immer kleiner, den gesparten Platz nutzen die Deutschen lieber für begehbare Kleiderschränke. Die Möbel für die Kinder sind aber niedlicher denn je: Elefantensessel, Katzenstühle, Barbiebetten in rosa. Zuckersüß lautet die Devise.

Damit es auch weiter Kunden für Kindermöbel gibt, hat es sich die Möbelindustrie außerdem offenbar zur Aufgabe gemacht, für Romantik bei Paaren zu sorgen. In Zukunft sind dann wohl die Zeiten vorbei, in denen einer auf dem Sofa einschläft. Das Sofa, das sich über Jahre zu immer riesigeren Liegelandschaften entwickelte, kehrt zu seinen Wurzeln zurück: Die Couch wird kleiner.

„Man versinkt nicht mehr“, sagt Ursula Geismann, Expertin beim Verband der Deutschen Möbelindustrie. Wer schlafen will, hat gefälligst ins Bett zu gehen. Und das wird wohl reizvoller, weil in den Schlafzimmern große Betten wie in amerikanischen Filmen oder schicken Hotels angesagt sind. Das Zauberwort heißt hier Boxspringbett.

Und das Design? Minimalistisch und retro kommen die Möbel daher. Viele Firmen legen Modelle aus den 30er oder 40er Jahren neu auf. Passend für Käufer mit Hornbrille, und die trägt ja zurzeit jeder Zweite. Gerade Sofas oder Stühle sind wieder ganz klassisch: klare Linien, reduziertes Design und wenig Schnickschnack. Die Möbel erinnern an früher und strahlen deshalb eine Gemütlichkeit aus, auch wenn so ein kleines Sofa mit gerader Rückenlehne und ohne Dutzende Kissen nicht unbedingt tatsächlich gemütlich sein muss.

Richtig gemütlich werden soll es aber am Esstisch: Der wird größer, mal klassisch, mal mit nur drei oder schrägen Beinen. „Er symbolisiert die Sehnsucht nach Gemeinschaftserlebnissen“, sagt Geismann. Die Küche wird das Zentrum der Wohnung – und zum Vorzeigeobjekt: Sogar Dunstabzugshauben werden bei der IMM zu kleinen High-Tech-Kunstwerken.

Bei Materialien ist weniger High-Tech als Öko angesagt: Filz, Baumwolle und überall Holz. Sogar Badewannen aus Holz bieten einige Firmen an. Sie sehen ein bisschen wie eine große Salatschale aus, aber edel und natürlich.

Etwas Verspieltheit gestattet die Möbelindustrie. Ein Glück für alle Kitsch-Fans. Die Dekoration wird bunter: Vorhänge gibt es in allen Farben, Blumenmuster sind sehr beliebt. In Form von Regalen oder Aufstellern bleiben Hirschgeweihe und Eulen in.

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