Neue Gasleitung quer durch die Region

Von: Ottmar Hansen
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Im Rahmen des Projektes „Zeelink“ wird das Unternehmen Open Grid Europe eine neue, 215 Kilometer lange Erdgasleitung vom Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch bis Ahaus verlegen. Die Bauarbeiten verlaufen über viele Grundstücke in der Region. Foto: Open Grid Europe

Städteregion. Im Rahmen des Projektes „Zeelink“ wird das Unternehmen Open Grid Europe eine neue, 215 Kilometer lange Erdgasleitung vom Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch bis Ahaus verlegen. Das Raumordnungsverfahren zu diesem 600 Millionen Euro teuren Vorhaben läuft jetzt an.

 Im Rahmen dieses Verwaltungsschrittes wird die Öffentlichkeit an der Genehmigung des Projektes beteiligt.

Um den Einwohnern im Umkreis von rund 50 Kilometern von Aachen frühzeitig vorzustellen, was im Zuge der Bauarbeiten auf sie zukommen wird, hatte Open Grid Europe am Mittwochabend zu einer Informationsveranstaltung in das Museum Zinkhütter Hof nach Stolberg eingeladen. Vor allem Stolberger Bürger ließen sich von Vertretern des Unternehmens erläutern, wo die Röhren in den Boden versenkt werden und ob ihr Grundstück womöglich betroffen ist.

Die Open Grid Europe GmbH ist einer der führenden Betreiber von Erdgasleitungen in Deutschland. Das Unternehmen mit rund 1650 Mitarbeitern betreibt das längste Ferngasleitungsnetz in der Republik. Kunden sind allerdings nicht die einzelnen Haushalte direkt, sondern Stadtwerke und größere Industriebetriebe. Seelink-Projektleiter Franz-Josef Kißing erläuterte den Besuchern den Grund für die Verlegung der neuen Gasleitung quer durch Westdeutschland.

„Die Kunden hier werden derzeit noch mit L-Gas aus Deutschland und den Niederlanden versorgt. Doch das Vorkommen dieser Gassorte wird bis zum Jahr 2030 um 90 Prozent sinken. Stattdessen soll künftig H-Gas in die Region transportiert werden.“ H-Gas, das aus Russland und Norwegen derzeit schon in die übrigen Teile der Bundesrepublik geliefert wird, hat einen höheren Methangehalt und damit einen besseren Brennwert. Allerdings kann man L-Gas und H-Gas nicht mischen. Für das H-Gas muss deshalb eine neue Pipeline verlegt werden. Mit Röhren, die einen größeren Querschnitt haben.

Im vorigen Jahr entstanden die ersten Pläne für die neue Pipeline. Verschiedene mögliche Trassenvarianten in einem viele Kilometer umfassenden Areal wurden untersucht. Übrig geblieben ist ein etwa 600 Meter breiter Korridor, innerhalb dessen die Leitung verlegt werden könnte. An die endgültige Trasse werden sich die Planer jetzt Stück für Stück herantasten.

Im Rahmen des Raumordnungsverfahrens sollen Organisationen und Behörden zum Projekt gehört werden. Open Grid Europe ist allerdings bemüht, auch die Bewohner der betroffenen Städte frühzeitig in die Planungen mit einzubinden. Vorschläge und Anregungen werden wenn möglich berücksichtigt. Auch 2017 und 2018 können im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens noch Anmerkungen gemacht werden. Die endgültigen Entscheidungen treffen allerdings nicht die Kommunen vor Ort, sondern – in unserer Region – die Bezirksregierung Köln. Die Bauphase ist für 2019 und 2020 vorgesehen. Die endgültige Bautrasse wird bis zu 38 Meter breit sein und möglichst über unbebautes Feld verlaufen.

Die Röhren werden mindestens einen Meter tief in der Erde verschwinden. In der Regel können die Felder spätestens drei Jahre nach Verfüllung der Gräben wieder bewirtschaftet werden. Den Landwirten wird ihr Einnahmeausfall erstattet. 2020/2021 soll das neue Leitungsnetz in Betrieb gehen. Dann werden auch alle privaten Gasheizungsanlagen auf das neue H-Gas umgestellt werden müssen. Und zwar zügig. Denn, wie gesagt: Eine Mischung der Gassorten ist nicht möglich.

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