Aachen - Neue Forschungen für das Gedächtnis der Region

Neue Forschungen für das Gedächtnis der Region

Von: Sabine Rother
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Spannende Entdeckungen, erstaunliche Einsichten, Fakten diesseits und jenseits der Grenzen: Beim Helmut-A.-Crous-Geschichtspreis der Region Aachen ist die Jury auch 2016 auf Überraschungen eingestellt.

Schüler oder Schulklassen, Privatforscher und Profis können Zeitzeugeninterviews, Internetprojekte, klassische Texte bis hin zu Historiencomics einreichen – Hauptsache es geht um Stadt und Städteregion Aachen oder die Kreise Düren, Heinsberg und Euskirchen. „Im letzten Jahr gab es etwa Dokumentationen von Projektwochen“, berichtet Manfred Bausch, stellvertretender Geschäftsführer der Region Aachen – Zweckverband.

Es gehe darum, regionale Geschichte greifbar zu machen, ihr Gesichter zu geben, wie Werner Pfeil, Präsident des Aachener Karnevals-Vereins (AKV) und Torsten Peters, Geschäftsführer der Sammlung Crous, betonen. „Wir sehen Sammlung und Geschichtspreis als aktive Traditionspflege“, sagt Heinen.

Alle eingereichten Beiträge können Interessierte später übrigens als Informationsmaterial im Archiv der Sammlung wiederfinden. Sie sollen das Gedächtnis der Region erweitern. „Wir nehmen unsere Aufgabe ernst“, versichert Heinen. Mit einer Fördersumme in Höhe von 24000 Euro hat die NRW-Stiftung kürzlich dafür gesorgt, dass die Bibliothek der Sammlung auch multimedial ausgestattet werden konnte.

Welche Themen der Region bieten sich an? „Die Industriegeschichte ist noch immer ein Dauerbrenner“, versichert Frank Pohle vom Historischen Institut der RWTH Aachen. Aber auch die regionalen Besonderheiten der Zeit nach 1945 sind noch längst nicht alle dokumentiert. „Es gab eine Menge Frauen, die in der Region etwas bewirkt haben, etwa im politischen und sozialen Bereich“, nennt Pohle als Beispiel.

Ein anderer möglicher Ansatz wäre zudem die frühe Pressegeschichte – vom „Echo der Gegenwart“, das in Aachen herausgegeben wurde, bis zum „Politischen Tageblatt“. Was gab es für Tendenzen und Entwicklungen? Wie gingen die Medien mit Ereignissen ihrer Zeit um? All das wäre auch für Laien interessant. Schwieriger werde es beim Bereich Alte Geschichte oder Archäologie, sagt Pohle. „Wer etwa mit Inschriften arbeitet, muss natürlich Latein können“, sagt er. „Aber warum sollte da nicht vielleicht ein Lateinlehrer Interesse haben?“

Damit die Auswertung gerecht ist, schauen sich gemeinsam mit Pohle Historiker-Kollege Armin Heinen, Wolfgang Cort- jaens und Marcell Perse, Leiter des Museums Zitadelle in Jülich, und Detlef Stender, Leiter des LVR-Industriemuseums Tuchfabrik Müller, die Bewerbungen in drei unterschiedlichen Preis-Kategorien an: „Schüler“ (Oberstufe) dürfen ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro erwarten, der beste „Privatforscher“ erhält 750 Euro, bei den „Wissenschaftlern“ geht es um 1000 Euro.

Was die Veranstalter nicht wollen, sind Arbeiten, die schon vor Jahren geschrieben wurden – lieber ist ihnen „frische Forschung“.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert