Aachen - Neue Düfte unterm 4711-Dach

Neue Düfte unterm 4711-Dach

Von: Claudia Schweda
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Der Parfümtest: Aufsprühen, wedeln, riechen, entscheiden. Foto: Krömer

Aachen. Der Stolberger Parfumhersteller Mäurer + Wirtz bringt im März fünf neue Düfte unter der Dachmarke 4711 auf den Markt. Wer nach der Zielgruppe der neuen Duftlinie fragt, bekommt eine Stilgruppe als Antwort: Die Düfte richteten sich „an Frauen und Männer, die sich durch eine gewisse Affinität zur Natur und zu den Wohlgerüchen der Botanik auszeichnen”, sagt Sandra Brinckmann, Produktmanagerin bei Mäurer + Wirtz.

Die Kreationen „aus dem 4711-Traditionshaus in der Kölner Glockengasse” seien inspiriert von der Schönheit der Natur. Grundlage seien jeweils zwei Duftakkorde, die jedem Duft eine eigene Prägnanz gäben. Und ihren Namen. „Lemon & Ginger”, „Lavender & Thyme” oder „Royal Riesling” etwa. Grundidee war, ein modernes Eau de Cologne zu schaffen. Die Produktmanagerin spricht nicht von einem modernen Kölnisch Wasser. Und der Generaltitel lautet: „Acqua Colonia”. Das hat seinen Grund.

Denn Eau de Cologne heißt zwar übersetzt „Wasser aus Köln”. Trotzdem ist nicht jedes Eau de Cologne ein Kölnisch Wasser. Was so heißen will, muss ein leichter Duft sein und - das ist das Entscheidende - in Köln hergestellt werden. Darauf haben sich die Kölner Hersteller 1939 geeinigt.

Und 4711 wird, obwohl die Marke Ende 2006 von Mäurer + Wirtz gekauft wurde, weiterhin in Köln hergestellt. Zieht man die Bedingung „Kölner Herstellung” vom „leichten Duft” ab, bleibt der leichte Duft. Der Kölner würde also sagen: Eau de Cologne ist ein leichter Duft, der außerhalb Kölns hergestellt wurde. Jeder andere leichte Duft heißt Echt Kölnisch Wasser.

Hergestellt in Stolberg

4711 darf sich so nennen. Und diese Zahlenkombination ziert als Markenlabel auch die fünf neuen Düfte. Doch die erste Assoziation, mit der Duftlinie „Acqua Colonia” ein Echt Kölnisch Wasser vor sich zu haben, führt in die Irre. Denn die neuen Düfte werden nicht in Köln, sondern in Stolberg hergestellt. Ergebnis: ein Eau de Cologne.

Der Grund für die doppelte Bedeutung von Eau de Cologne als Gattungsbegriff und Herstellungsort liegt weit in der Vergangenheit. Der Kölner Johann Maria Farina destillierte 1709 reinen Alkohol und löste darin zu etwa fünf Prozent verschiedene Parfümöle - darunter Zitrone, Orange, Bergamotte und Zeder. Zu Ehren seiner Heimatstadt nannte Farina den Duft „Eau de Cologne”. Dieser revolutionierte mit seiner belebenden Frische und Leichtigkeit die damalige Duftwelt.

Noch im selben Jahrhundert brachten andere Parfümeure weitere - deutlich anders riechende - leichte Düfte auf den Markt. Sie gaben ihnen aber den gleichen Namen, um am wirtschaftlichen Erfolg Farinas teilzuhaben. Einen Markenschutz gab es im 18. Jahrhundert noch nicht. So entstand der Gattungsbegriff Eau de Cologne für einen Duft mit einem Parfümölanteil von im Schnitt drei Prozent. Zum Vergleich: Parfum enthält mindestens 20 Prozent Duftöl.
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