Neue Beweise sollen Heinrich Boere weiter belasten

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SS-Prozess / Heinrich Boere
Mit Heinrich Boere steht einer der letzten NS-Kriegsverbrecher vor einem deutschen Gericht. Foto: Markus Schuldt

Aachen. Der Kriegsverbrecherprozess gegen den ehemaligen SS-Soldaten Heinrich Boere aus Eschweiler könnte eine Wendung nehmen. Nach Informationen unserer Zeitung planen die Vertreter der Nebenklage, am Donnerstag vor dem Aachener Landgericht die Zulassung von Beweisen zu beantragen, die die nationalsozialistische Gesinnung des 88-jährigen Boere veranschaulichen sollen.

Seine Gesinnung hatte im bisherigen Prozessverlauf überraschenderweise kaum eine Rolle gespielt. Das Gericht hat die Beweisaufnahme eigentlich schon geschlossen, am Donnerstag sollten die Plädoyers gehalten werden; es könnte nun anders kommen.

Boere wird zur Last gelegt, im Sommer 1944 drei vermeintliche Widerstandskämpfer in den Niederlanden ermordet zu haben. Die Tötungen hat Boere gestanden; er beruft sich aber darauf, auf nicht verweigerbaren Befehl gehandelt zu haben.

Nebenklagevertreter Detlef Hartmann sagte auf Anfrage, seine Beweise würden dem Prozess einen neuen Verlauf geben. Boeres Verteidiger, Gordon Christiansen, sagte, mit weiteren Beweisanträgen gerechnet zu haben. Die Verteidigung habe ihrerseits vor, weitere Beweise zu Boeres Gunsten vorlegen zu wollen.

Die Verhandlung beginnt am Donnerstag um 10 Uhr in Saal A0.020 des Aachener Landgerichts.
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