Aachen - Netzers Wasserträger Wimmer wird 65

Netzers Wasserträger Wimmer wird 65

Von: dpa
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Herbert Hacki Wimmer
Als „Hacki” Wimmer machte sich der 36-malige Nationalspieler einen Namen, weil er so gute Haken schlagen konnte. Foto: ddp

Aachen. Früher lief sich Herbert Wimmer für Günter Netzer die Füße wund und konnte mit dem Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach Titel am Fließband gewinnen. Doch Rummel um seine Person hat er schon während seiner aktiven Karriere abgelehnt.

„Ich hatte nie ein Problem damit, für meinen Freund Günter zu rennen. Er war eben das Genie und ich der Arbeiter”, sagte Wimmer. Ebenso bescheiden will er seinen 65. Geburtstag am 9. November begehen. Mehr als ein paar Sauna-Gänge in seiner Wahlheimat Aachen-Brand und eine gemütliche Kaffee-Runde mit der Familie seien nicht vorgesehen.

Als „Hacki” Wimmer machte sich der 36-malige Nationalspieler einen Namen - weil er auf dem Rasen so gut Haken schlagen konnte. Zwischen 1966 und 1978 bestritt Wimmer 366 Bundesliga-Spiele für die Borussia und bildete lange ein kongeniales Duo mit Mittelfeld-Partner Netzer. Während der Spielmacher für Pässe, Tore und weitere brillante Offensiv-Aktionen bei der Borussia und in der Nationalelf zuständig war, hielt ihm „Wasserträger” Wimmer defensiv den Rücken frei und machte für Netzer Meter. Zusammen wurden beide 1972 Europameister, wurden im siegreichen WM-Finale 1974 aber nicht berücksichtigt.

„Ich würde mich nie als Weltmeister bezeichnen, im Turnier hatte ich nur zwei Einsätze”, meinte Wimmer, der im EM-Endspiel 1972 einen Treffer zum 3:0-Sieg über die Sowjetunion beisteuern konnte. Fünf deutsche Meisterschaften gewann er mit den Gladbachern, dazu 1973 den DFB-Pokal und 1975 den UEFA-Cup. In der Mönchengladbacher Fußgängerzone ist sein Ebenbild als Bronzefigur verewigt.

Seine intensive Laufbereitschaft bezahlte Wimmer, der nach seiner Karriere ein Zeitschriften-Geschäft in Aachen führte, mit einem schweren Hüftschaden, der ihn viele Jahre quälte. Erst nachdem ihm in diesem Frühjahr eine neue Hüftpfanne eingesetzt wurde, ist Wimmer relativ schmerzfrei. „Ich war eben immer ein Kämpfer, das hört nie auf”, sagte Wimmer.

Statt Fußball zu spielen fährt er inzwischen mehrfach wöchentlich rund 70 Kilometer mit dem Fahrrad über die belgische Grenze in seinen Geburtsort Eupen. Viel Zeit verbringt Wimmer, der seit 37 Jahren mit seiner Frau Renate verheiratet ist, mit seinem sieben Monate alten Enkel Mats: „Vielleicht wird er ja auch mal ein guter Fußballer.”

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