Netrace: Schüler trotzen dem Hackerangriff

Von: Marc Heckert
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Jetzt strahlen sie wieder: In der Netrace-Vorrunde hatten Abderezak Hamid, Mareike Joußen, Cynthia Hermanns und Vanessa Lehmann (von links) vom Berufskolleg Käthe-Kollwitz-Schule mit einem ungewöhnlichen Hindernis zu kämpfen – einer weltweiten Hackerattacke. Foto: Marc Heckert

Aachen. Die Anspannung war mit Händen zu greifen im Informatikraum des Berufskollegs Käthe-Kollwitz-Schule in Aachen. Hochkonzentriert arbeiteten sich die Zwölftklässler durch die Fragen der Netrace-Vorrunde. Schließlich die Erleichterung: Alle fünf Aufgaben waren gelöst, nun musste nur noch die E-Mail mit den Ergebnissen abgeschickt werden. Doch dann fiel das Internet aus – wegen des großen Hackerangriffs auf die Telekom.

Es war Montag, der 28. November. Weltweit gerieten an diesem Tag Internetserver unter den Beschuss von unbekannten Hackern. In Deutschland traf es rund 900.000 Hausanschlüsse. Aber nur wenige davon dürften davon so entsetzt gewesen sein wie die betroffenen Teilnehmer des Netrace, der Internetrallye von NetAachen und unserer Zeitung. Denn sobald ein Team beim großen Online-Quiz um Wissen und Findigkeit mit dem Beantworten der Fragen begonnen hat, läuft unerbittlich die Zeit.

„Und dabei waren wir gerade fertig“, schildert Cynthia Hermanns die Situation. Die vier Zwölftklässler vom Team „Dumbledores Armee“ sahen sich kurz vor der Ziellinie ausgebremst.

„Wir haben die Ergebnisse dann in ein Word-Dokument kopiert, auf einen USB-Stick gezogen und versucht, in einem anderen Informatikraum einen Rechner zu finden, der noch Internet hatte“, erinnert sich Abderezak Hamid. Doch Fehlanzeige: Überall kreiselte auf den Monitoren das „Seite lädt noch“-Zeichen. Der Versuch, die Daten auf ein Smartphone zu bekommen, scheiterte ebenfalls.

Wenn auch nicht jedes der angetretenen 218 Teams von 61 Schulen aus der Region mit derartigen Problemen zu kämpfen hatte: Einfach dürften die vom medienpädagogischen Institut Promedia Maassen in Alsdorf ausgeknobelten Aufgaben für niemanden gewesen sein. Genau 100 Teams von 53 Schulen haben sich für die Hauptrunde qualifiziert, die am 17. Januar beginnen wird.

Heute lachen sie darüber

Und was wurde aus „Dumbledores Armee“? Die vier Schüler behielten die Nerven – und das Netz sprang irgendwann wieder an. Ihrem Teamergebnis hat die ungewollte Auszeit jedenfalls nicht geschadet. Die kleine Gruppe gehört mit vollen 50 Punkten zu den zehn Spitzenteams der Runde.

Heute können die vier angehenden Fachabiturienten über den Zwischenfall schon wieder lachen. „Irgendwie war‘s ja auch witzig“, sagt Mareike Joußen.

Der letztliche Erfolg der Truppe sollte angesichts ihres Teamnamens – er geht natürlich zurück auf die bekannte Saga um den Zauberlehrling Harry Potter – niemanden wundern: Auch dem berühmten brillentragenden Jungmagier und seinen Freunden gelingt es schließlich in jeder Folge auf Neue, den Mächten der Finsternis zu trotzen.

Alle Ergebnisse des zehnten Netrace sind zu finden unter www.az-an-netrace.de.

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