Net(t) Fiere 2014: Christian Lindner glänzt in Glorias Spuren

Von: Valerie Barsig
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„Net(t) fiere“: Tausende jecke Zuschauer feierten bei der Eröffnung des Aachener Straßenkarnevals unter freiem Himmel mit. Foto: Andreas Steindl
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Abschied vom Erfinder: Im Kreise von AKV-Präsident Werner Pfeil (2.v.r.), Vize Rolf Gerrards (2.v.l.) und Elferrat David Lulley (1.v.r.) übergab unser scheidender Redakteur Manfred Kutsch (3.v.l.) auch die Verantwortung für die Leserjury unserer Zeitung an Redakteur Robert Esser (1.v.l.). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Glaskubus auf dem Aachener Holzgraben könnte es nicht jecker zugehen: Als „Eröffnung des Straßenkarnevals 2014“ wurde sie auserkoren, die vierte „AKV Net(t) Fiere 2014“-Open-Air-Party. Das Moderatorenduo Rolf „Rollo“ Gerrards und David „Lulli“ Lulley führten am Samstag vor tausenden Zuschauern durch zweieinhalb Stunden Jeckerei und Tollität.

Ein Höhepunkt des Abends: die Präsentation des Leserjury-Urteils zur 64. Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“.

Schon der Start in den Abend heizte bei winterlichen Temperaturen mächtig ein. Die Aixotic Sambistas trommelten, was das Zeug hielt, und auch Kurt Christ heizte, mit fescher Glitzerweste unter dem Sakko versteckt, dem Publikum ordentlich ein. Songs wie „Hier nur schlägt mein Herz“ und „Konfetti überall“ animierten zum ersten Schunkeln.

Josef, Jupp und Jüppchen erinnerten sich gemeinsam an ihren ersten Auftritt vor 30 Jahren im Gasthof „Zum Goldenen Hirsch“ in Mützenich und brachten die Besucher mit pointierten Witzen zum Johlen: Jüppchen kam damals zu spät und reiste per Anhalter an. Der Elferrat rund um Sitzungspräsident und NetAachen-Chef An-dreas Schneider war allerbester Laune und schunkelte beim Auftritt der Kenger vajjen Beverau fleißig mit. „Es wird jesungen än jelacht“, kündigten die Kenger an, und Schlümpfe, Cowboys, Feuerwehrmänner und Indianer rissen auch die Letzten im Publikum mit.

Auch der Auftritt des AKV-Balletts wurde begeistert gefeiert. Bei Samba, Fächertanz und Latinoklängen saß jeder Beinschwung der Tänzerinnen in den blau-gelb-roten Röcken perfekt, und so manch einer im Publikum wäre in dem Moment wohl gern mit auf der Bühne gewesen. Gute Nachrichten brachte Jupp Ebert mit: Der 3:0 Sieg der Alemannia gegen Rot-Weiß Essen machte Eberts Auftritt mit Songs wie „Wir haben alle einen Knall“ und dem Alemannia-Lied für das Publikum gleich noch schöner.

Die Präsentation des Leserjury-Urteils begann unser Redakteur Robert Esser auf der „Net(t) Fiere“-Bühne mit einer Premiere: Die erste La-Ola-Welle wogte über den Holzgraben und zurück. Die Leserinnen und Leser unserer Zeitung konnten nach der ARD-Übertragung der Ordensverleihung im Eurogress die Programmpunkte und Redner mit Schulnoten von eins bis fünf bewerten und so abstimmen, wer besonders jeck ist – und wer eben nicht. Tausende Mitspieler bewerteten die Künstler per Stimmzettel aus unserer Zeitung und im Internet.

Klarer Verlierer im Ranking zum Orden „Wider den tierischen Ernst“ ist EU-Kommissar Günther Oettinger mit der vernichtenden Note 4,1. Nur Rainer Brüderle (FDP) schnitt 2007 mit einer 4,2 schlechter ab. Vor allem Aachener Lokalmatadore wurden indes hervorragend „zensiert“: Lennet Kann bekam eine 2,3 und ist damit auf Platz 9 des Rankings. Platz 8 ging an die drei Moderatoren der Fernsehsitzung: AKV-Vize Gerrards, AKV-Präsident Werner Pfeil und Tagesschau-Sprecher Jens Riewa (2,3). Nur eine Nuance besser schnitt Parodist Jörg Knör (2,3) ab.

Den 6. Platz teilen sich Prinz Bernd I. und Märchenprinz Paul II. mit Hofstaat und Garden (2,2). Nomen est Omen: Die „4 Amigos“ kamen mit der Jury-Note 2,1 auf Platz 4. Als bester Öcher Programmpunkt heimsten Josef, Jupp und Jüppchen die Bronzemedaille mit einer tollen 1,9 ein. Auf dem zweiten Platz landete TV-Comedian Guido Cantz (1,6).

Abräumer der Ordensverleihung „Wider den tierischen Ernst“ ist allerdings Ritter Christian Lindner mit der Bestnote 1,3. Damit reicht er beinahe an die bisher beste Ritterrede von Gloria von Thurn und Taxis heran, die 2010 eine 1,12 von der AZ-Leserjury erhielt. Lindners Laudator, Vorjahresritter Cem Özdemir, muss sich mit einer 2,2 begnügen.

Schon seit 21 Jahren werden von einer Leserjury die Programmpunkte bewertet. Wer mitmacht, kann Preise gewinnen, die von Pulman Quellenhof, NetAachen, dem Restaurant Kohlibri, dem Audi-Zentrum Jacobs, der Aachener Bank und dem Zeitungsverlag Aachen gesponsert werden. Die Gewinner werden in den kommenden Tagen schriftlich benachrichtigt. Insgesamt vergab die Jury für die Ordensverleihung eine glatte 2,3. Allerdings kassierte die TV-Zusammenfassung mit 2,9 deutlich schlechtere Werte.

Am liebsten live

Dann zeigten die Öcher Chartstürmer auch bei „Net(t) Fiere“ unter freiem Himmel, dass sie am liebsten auf der Bühne stehen. Wie bei der TV-Sitzung begeisterte Prinz Bernd I. samt Prinzengarde, Tanzpaar und Hofstaat auf dem Holzgraben. Sein Lied „Tarantella Frikadella“ verwandelte die Fußgängerzone endgültig in ein Schunkelmeer. Das Finale leitete Walter Sieben ein, der seinen Hit „Wer einmal in Aachen war“ sang.

Zum Schluss stiegen noch viele bunte Luftballons in den Himmel, und das letzte „Oche!“ von „Rollo und Lulli“ wurde tausendfach mit „Alaaf!“ beantwortet. Fazit: Die Leserjury muss noch eine Bestnote drauflegen – für „Net(t) Fiere“. Klasse war‘s!

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