Neonazi-Prozess zieht sich in die Länge

Von: Michael Klarmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Der Prozess gegen Neonazis wegen eines Angriffs auf eine Demonstration von Nazigegnern in Aachen 2008 zieht sich vor dem Amtsgericht Aachen in die Länge. Richterin und Staatsanwaltschaft wollen nun weitere Zeugen laden, darunter schon wegen Landfriedensbruchs rechtskräftig verurteilte Heranwachsende.

Wie berichtet, müssen sich vier Neonazis aus Düren, Aachen und Vettweiß - darunter führende Kader der „Kameradschaft Aachener Land” (KAL) - vor Gericht verantworten. Weil bisher gehörte Zeugen zu dem Angriff von 30 bis 40 vermummten Neonazis auf die Demonstration nahe des Elisenbrunnens keine Klarheit brachten, sollen nun rund zehn weitere Zeugen geladen werden.

Am Donnerstag sagte unter anderen der Leiter des Protestzuges vom 27. März 2008 aus. Die Neonazis seien als Block auf seine Demonstration zumarschiert und hätten dann auf Menschen eingeschlagen. Polizeidarstellungen, wonach die Nazigegner zuerst auf die Neonazis eingeprügelt hätten, widersprach der 58-Jährige. Ein weiterer Zeuge, ein 59-jähriger Koch, identifizierte einen der Angeklagten, einen Studenten aus Düren, als einen der Schläger.

Am Donnerstag ließ ein weiteres KAL-Mitglied durch seinen Anwalt erklären, auch er habe geglaubt, dass die rechte „Gegendemonstration” offiziell angemeldet gewesen sei. Als er erkannt habe, dass etwas nicht stimme, habe er sich abgesetzt und sei nicht an späteren Gewalttaten beteiligt gewesen.

Zuvor hatte es der Staatsanwalt anhand von neu gesichteter Foto- und Filmaufnahmen als erwiesen angesehen, dass zumindest der Aachener und der Student aus Düren als Teilnehmer der rechten Aktion identifiziert sind.
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