Aachen - Nationale Grenzen sind bei den Wehren keine Hindernisse

Nationale Grenzen sind bei den Wehren keine Hindernisse

Von: bk
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Nur zur Probe: Bei der euregio
Nur zur Probe: Bei der euregionalen Gemeinschaftsübung an der Eissporthalle wurden auch „Verletzte” gerettet. Foto: Dagmar Meyer

Aachen. Dicker weißer Rauch dringt aus den Fenstern des Kellergeschosses der Aachener Eissporthalle, ringsum sind zahlreiche Schaulustige, die das Spektakel aufmerksam verfolgen. Die Einsatzleitung sowie der ABC-Löschzug aus Laurensberg sind bereits vor Ort. Nach etwa 20 Minuten hält auch ein erster Löschzug aus Vaals vor dem Gebäude.

Was zunächst wie eine Brandkatastrophe anmutet, ist in Wirklichkeit eine Gemeinschaftsübung der Feuerwehren aus Kelmis, Eupen und Montzen (Belgien), Laurensberg und der Einheit Vaals der Brandweer Zuid-Limburg (Niederlande).

Kurz darauf erreichen auch Löschfahrzeuge aus Kelmis und Montzen den vermeintlichen Brandort. „Im Ernstfall geht alles sehr viel schneller”, versichert Reiner Mertens, Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Laurensberg. Und er fährt fort: „Die Einheiten wurden länderübergreifend gebildet, damit diese voneinander lernen.”

Bereits seit 12 Jahren wird am Freitag vor Pfingsten im Dreiländereck für den Ernstfall geprobt - immer im Wechsel entweder in Deutschland, Belgien oder den Niederlanden. Schnellstmöglich wird eine Wasserversorgung hergestellt und - mit Atemschutzgeräten ausgerüstet - geht es ins „brennende” Gebäude.

Zu den vier Übungsszenarien gehören auch das Bergen gefährdeter Personen und der Umgang mit gesundheitsbedrohenden Chemikalien, die von der RWTH Aachen zur Verfügung gestellt wurden.

Die Übung der Wehren aus drei verschiedenen Ländern dient der Optimierung im Falle eines länderübergreifenden Einsatzes. So stellt sich zum Beispiel das Problem der Kommunikation miteinander. Die Erfahrung lehrt, dass eine Verständigung mittels der lokalen Mundarten äußerst hilfreich ist.

Aber auch die Funkkoordination stellt eine Herausforderung dar; denn in den Nachbarländern erfolgt der Funk - im Gegensatz zu Deutschland - bereits digitalisiert. „In den nächsten zwei Jahren soll diese Technik auch bundesweit auf den Weg gebracht werden”, erklärt Dr. Lothar Barth, Dezernent für Personal, Organisation und Brandschutz der Stadt Aachen. Dieses Problem wird bei der Übung gelöst, indem die einzelnen Einsatzleiter über die Kommandozentrale zu ihren Einheiten Kontakt halten.

Bei all dem vergossenen Schweiß und den Mühen der stundenlangen Übung sind sich alle Beteiligten in einem völlig einig: „Die Kameradschaft ist sehr wichtig, denn bei Gefahr um Leib und Leben sollen die nationalen Grenzen keine Hindernisse sein!”
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