Nadel im Heuhaufen: Würselener findet einen Stammzellenspender

Von: Heiner Hautermans
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Auf dem Weg der Besserung: Norbert Lynen erholt sich von der Transplantation. Foto: Archiv

Aachen. Die Suche nach dem genetischen Zwilling – vergleichbar mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen – war erfolgreich: Ein Stammzellenspender für Norbert Lynen ist gefunden worden. Am 19. März erfolgte die Transplantation.

Wer der Spender ist, bleibt zunächst anonym. Der 59-jährige Lehrer aus Würselen war Anfang 2015 an Blutkrebs in einer besonders aggressiven Form erkrankt. Eine Chemotherapie schlug zwar an, aber um auf Dauer zu überleben, musste ein geeigneter Stammzellenspender gefunden werden.

Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Transplantation ist die Übereinstimmung bestimmter Gewebemerkmale, die durch ihre Vielfalt millionenfache Kombinationen ermöglichen. Je genauer Spender und Empfänger übereinstimmen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Transplantation erfolgreich ist. Andernfalls erhöht sich das Risiko einer Abstoßungsreaktion.

Bei Norbert Lynen wurde vor der Transplantation das gesamte erkrankte blutbildende System durch die Chemotherapie zerstört und durch die Stammzellen des Spenders „neu aufgesetzt“. Nach drei langen Wochen fingen die Stammzellen an zu arbeiten, berichtet Tochter Anja Lynen. Nach zwei weiteren Wochen konnte er die Uniklinik verlassen. Zuhause zu sein, habe dem Schwerkranken Kraft gegeben: „Er kann nach draußen gehen und sich im Garten bewegen. Mehr als ein Spaziergang um den Block ist aber nicht drin.“

Nach vier Monaten in der Klinik, davon sieben Wochen streng abgeschirmt in einem Einzelzimmer, ist das für den Lehrer ein unglaublicher Fortschritt. Doch noch immer ist Norbert Lynen schwach und muss viele Medikamente nehmen. Anja Lynen: „Wenn der Krebs nach zwei Jahren nicht zurückkommt, ist das sehr gut. Nach fünf Jahren gilt man als geheilt.“

Auftrieb hat Lynen und seiner Familie – Frau und drei Kinder – die große Welle der Hilfsbereitschaft gegeben. An einer Typisierungsaktion Anfang März nahmen 918 Spender teil, die sich als Stammzellenspender registrieren ließen. Dabei stellten sich 122 Menschen als Helfer zur Verfügung.

Hilfsaktion unserer Zeitung

Da jede Typisierung 50 Euro kostet, wurde um Spenden gebeten, es kamen 27.000 Euro zusammen. Einen beträchtlichen Betrag hat die Hilfsaktion unserer Zeitung „Menschen helfen Menschen“ beigesteuert. Als schönes Beispiel von Unterstützung nennt Anja Lynen den Besuch der ersten Klasse, die Norbert Lynen an der Hauptschule Inden unterrichtet hatte. Norbert Lynen hofft, dass er seinen Beruf bald wieder ausüben kann, aber das ist noch unsicher. Die große Hilfsbereitschaft und der Beistand durch die Deutsche Knochenmarkspenderdatei lässt die Familie, der von einem Tag auf den anderen der Boden unter den Füßen weggezogen worden war, wieder entspannter in die Zukunft blicken: „Die Ärzte sind sehr zuversichtlich, dass es weiter gut geht.“

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