Nachgefragt: Leben Taxifahrer gefährlich?

Von: udo
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Peter Zander ist der Vorsitzende der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein.

Aachen. Unter den drei Verletzten, die in der Nacht zum Montag von dem unbekannten Messerstecher teils schwer verletzt worden sind, ist auch ein Taxifahrer. Ein weiterer Fahrer brachte den Täter zum Rastplatz Rurscholle bei Weisweiler. Leben Taxifahrer gefährlich? Antworten gibt Peter Zander, Vorsitzender der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein, im Interview.

Leben Taxifahrer gefährlich?

Zander: Die einen werden sagen: ja. Denn in den vergangenen 15 Jahren haben wir bundesweit etliche Tote zu beklagen – und damit leben wir gefährlicher als viele andere Berufsgruppen, darunter auch die Polizei. 2013 wurden zudem 250 Fahrer schwer verletzt, wobei die Dunkelziffer sehr hoch ist. Denn bei weitem nicht jeder meldet sich, der eine Faust ins Gesicht bekommen hat und dem Geld gestohlen worden ist. Denn den Täter zu ermitteln, ist fast unmöglich.

Also ist das Taxifahrer-Leben gefährlich?

Zander: Jetzt kommt die andere Seite. Prozentual auf alle Fahrten gerechnet, bewegt sich der Anteil der Überfälle im Promillebereich. Zudem hatten wir vor einigen Jahren mal 500 schwer Verletzte. Es gibt keinen Trend zur Gewalt.

Gibt es Problemgruppen?

Zander: Wir sehen zwei. Zum einen die, die plötzlich mit dem Fahrer in einen Streit geraten, weil der angeblich einen Umweg fährt, weil die Fahrt zu teuer ist. Der Alkohol in einer Freitag- oder Samstagnacht tut sein Übriges sicherlich dazu. Die andere Gruppe sind die Kleinkriminellen, die es aufs Geld abgesehen haben. Aber viel Bares haben die Fahrer nicht dabei. Zudem hat es sich herumgesprochen, dass viele Autos GPS-Ortung haben, dass viel bargeldlos bezahlt wird, dass mancher Wagen mit einer Videokamera ausgestattet ist.

Aber das ist doch nicht erlaubt!?

Zander: In der Tat, mit Ausnahme von Bremen, wo die Fahrgäste übrigens keine Probleme damit haben, gefilmt zu werden. Und wir werden es niemals verstehen, dass ein Geldautomat oder ein Bussitz den Datenschützern mehr Wert ist als das Leben eines Taxifahrers. Unfassbar. Daher kämpfen wir für den generellen Einsatz von Kameras, die alle 15 Sekunden ein Bild schießen.

Reicht das?

Zander: Wir sind von der Wirksamkeit überzeugt. Bauliche Änderungen wie eine Trennwand oder technische Neuerungen sind nicht umsetzbar oder zu teuer. Natürlich fährt so auch irgendwo immer die Angst mit. Aber die Fahrer steigen nicht jeden Tag mit der Angst in den Wagen, überfallen zu werden.

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