Nach WZL-Brandkatastrophe: Neue Halle frühestens Ende 2020

Von: Annika Kasties
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Neubau im Aachener Osten: die neuen Hallen des Werkzeugmaschinenlabors (WZL) am Rotter Bruch. Foto: Michael Jaspers
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Blick in die neue Halle am Rotter Bruch: Der Maschinenpark ist schon eingezogen. Foto: Annika Kasties
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Bei der Zerstörung der Laborhalle auf dem Camus Melaten war 2016 ein Schaden von rund 100 Millionen Euro entstanden. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen hat offiziell seine neue Ersatzfläche am Rotter Bruch im Osten Aachens in Betrieb genommen. Gut ein Jahr nach dem verheerenden Brand, bei dem in der Nacht zum 5. Februar 2016 große Teile der Versuchshalle abgebrannt waren, arbeitet das WZL damit wieder mit 80 Prozent seiner Kapazitäten und hofft, bald die 100 Prozent zu erreichen.

Das teilte Professor Fritz Klocke vom WZL am Freitag mit. Bis zum Wiederaufbau der neuen Versuchshalle müssen die Verantwortlichen indes noch warten. Richard Corban vom Baumanagement der RWTH Aachen, rechnet frühestens in zwei Jahren mit dem Baubeginn.

Wie die meisten Hochschulbauten war auch die Versuchshalle des WZL im Besitz des Landes Nordrhein-Westfalen, welches die Gebäude über den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) verwaltet. Die Finanzierung ist laut Corban mittlerweile gesichert; nun könne die Ausschreibung für den Neubau beginnen. Der Projektkoordinator schätzt, dass das WZL frühestens Ende 2020 bis Mitte 2021 die „Produktion in Melaten wieder aufnehmen“ könne.

Das WZL ist somit weiter auf provisorische Lösungen angewiesen. Nach dem Brand, bei dem ein Schaden von rund 100 Millionen Euro entstanden war, wichen die Mitarbeiter der renommierten Forschungseinrichtung auf benachbarte Institute aus. Sie arbeiten überwiegend mit Maschinen und Laborausrüstungen, die das WZL für einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren von anderen Universitäten und Firmen geliehen hat.

Auch deshalb habe das WZL kein Projekt wegen des Brandes abgeben müssen, sagte Klocke. Fast alle Auftraggeber hätten den Forschern zugestanden, ihre Forschungsergebnisse später als ursprünglich vereinbart abzugeben. Einige der geliehenen Maschinen könne das WZL kaufen, sagte Klocke. Für die anderen müsse man innerhalb der nächsten zwei Jahre „Lösungen finden“.

Auf 3700 Quadratmetern

Am Rotter Bruch werden künftig die Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls Technologie der Fertigungsverfahren angesiedelt sein. Den Mitarbeitern steht eine Gesamtfläche von 1585 Quadratmetern zur Verfügung, die sich auf zwei Hallen verteilt. Die Bereiche Zerspantechnologie, Schleifen und Umformen sowie die Mechanische Werkstatt und der Ausbildungsbetrieb des WZL haben bereits ihren Betrieb aufgenommen. Im Mai soll dann auch die zweite Halle bezugsfertig sein. Dort liegt der Schwerpunkt der Mitarbeiter auf forschungstechnische Arbeiten zum Thema Umformtechnik.

Mit den zwei Hallen am Rotter Bruch verteilt sich das WZL auf aktuell sechs Standorte mit einer Gesamtfläche von rund 3700 Quadratmetern.

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