Nach tödlichen Schüssen: Brandbombe auf Polizeiwache

Von: Christian Ebener
Letzte Aktualisierung:
Pistole Waffe
Am Montagabend wurde ein Jugendlicher in Lüttich erschossen, ein weiterer schwer verletzt. Symbolfoto: dpa

Lüttich. Nach einer Welle der Gewalt in den vergangenen Tagen steht der Lütticher Stadtteil Droixhe unter Schock. Am Montagabend war bei einer Schießerei ein junger Mann getötet und ein weiterer lebensgefährlich verletzt worden. Am Mittwoch wurde eine Brandbombe auf eine Polizeiwache geworfen.

Droixhe gilt seit Jahren als Problemviertel. Doch hatten die Behörden immer wieder betont, dass die Lage unter Kontrolle sei. Am Montagabend kam es nun zunächst zu der Schießerei nahe der St.-Josephs-Klinik im Lütticher Osten. Das belgische Nachrichtenportal Sudpresse.be berichtet über die Hintergründe. Demnach war es unter Jugendlichen zu einem Streit gekommen, nachdem ein 17-Jähriger und ein 20-Jähriger angeblich am Nachmittag Freundinnen der mutmaßlichen Täter beleidigt hatten.

Nach einem ersten Schlagabtausch kam es zu einem offenen Konflikt, an dessen Ende der 17-Jährige mit Schüssen in den Bauch getötet wurde. Der ebenfalls getroffene 20-Jährige kämpfte im Krankenhaus um sein Leben. Ein 22-Jähriger gab am Dienstag seine Anwesenheit bei der Tat zu, bestritt aber, der Schütze zu sein. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Nach der Bluttat verschärften die Sicherheitskräfte ihre Kontrollen im Außenbezirk von Lüttich, auch diverse Überwachungskameras wurden installiert. Eine Hauptgefahr wird in den rivalisierenden Banden gesehen - sie sollen besonders bewacht werden.

Trotz der Anstrengungen kam es am Mittwochabend zu neuer Gewalt: Die Polizeistation in Droixhe wurde mit einem Molotow-Cocktail beworfen, außerdem kam es zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Jugendlichen. Das berichteten unter anderem das Nachrichtenportal Rtlinfo.be und Sudpresse.be.

Patrice Lempereur, Bezirksvorsteher in Droixhe, betonte mehrfach, dass „Droixhe kein gesetzloser Ort ist. Es ist kein Ort in dem Unsicherheit herrscht. [...] Diese Entwicklungen beeinflussen die ganze Nachbarschaft.“

Die Staatsanwaltschaft Lüttich erklärte nun zum Anschlag mit der Brandbombe: „Der Schaden ist begrenzt, aber eine Untersuchungskommission wird eröffnet und die notwendigen Mittel werden ergriffen, um die Täter vor Gericht zu stellen.“ Des weiteren sollen die Sicherheitsvorkehrungen weiter verschärft werden, um die Gewalt unter Kontrolle zu halten.

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